Sunday Thoughts: Da steh ich drüber? Von wegen!

Wer mich kennt der weiß: Ich habe eine wirklich große Klappe. Was ich gar nicht leiden kann ist, wenn jemand meine Kompetenzen in Frage stellt oder mich unzulässigerweise kritisiert. Oft hört man in diesem Zusammenhang den Satz „Ach, da stehst du doch drüber“.. Tu ich das wirklich? Was heißt es, „über einer Sache drüber zu stehen?“ Ich greife dieses Thema auf, da ich gerade mit meinem Hund Gassi war und mir Folgendes passiert ist:

Ein Mann im mittleren Alter kommt mit einem zuckersüßen, hellen Zwergspitz – natürlich ohne Leine – auf uns zu. Da ich weiß, dass meine Hazel zu kleinen Hunden durchaus frech sein kann, nehme ich sie kürzer. Dennoch kommt der Spitz frohen Mutes zu uns herübergestrampelt, Hazel schnuppert kurz und bekommt wie erwartet einen Wutanfall. Sie knurrt, fletscht die Zähne und bellt den Spitz an. Dieser steigt leider total auf den Kampf ein und ignoriert das Wort des Herrchens, der „Ela“ mehrfach ermahnt, jetzt endlich herzukommen. Ela hat jedoch keine Lust und prügelt sich lieber mit Hazel, wobei ich nicht viel mehr machen kann als die Leine fest zu halten und meinen Hund ständig in eine andere Richtung (weg von Ela) zu zerren. Nachdem ich Elas Herrchen dann mehrmals freundlich aufgefordert hatte, seine Hündin hochzunehmen (er versuchte es weiterhin mit verbalen Kommandos), ergab er sich nach circa 1 Minute schließlich, nahm die Kleine auf den Arm und ging in die andere Richtung davon. Als er sich entfernte, sagte er in einer Lautstärke, für mich unüberhörbar, zu seinem Hund: „Mei Ela, der ist aber schlecht erzogen.“

Ich dachte, ich hätte mich verhört. Kurz davor ihn anzubrüllen – ich hatte meinen Hund immerhin an der Leine und seiner hörte ja auch nicht gerade besser – hielt ich inne und dachte mir für mich selbst „da stehst du drüber Franzi“. Jetzt bin ich allerdings zu Hause und muss sagen, dass mich sein Kommentar immer noch ärgert. Über einer Sache stehen bedeutet doch, dass ich insgeheim weiß, dass diese Person in der „Hierarchie“ unter mir steht, dass ich eh viel schlauer bin und seine Meinung deshalb gegenüber dem, was ich denke und tu, kein Gewicht hat. Jedoch war es, wie fast immer in solchen Situationen, ein Fremder.

Ich kannte den Mann überhaupt nicht, deshalb konnte ich auch nicht sagen, dass es mir nichts ausmacht. Vielleicht war er intelligenter, erfahrener und besser informiert als ich, woher kann ich also wissen, ob er es nicht wirklich besser weiß? Deshalb musste ich ernsthaft über seine Bemerkung nachdenken. Wann stehen wir wirklich drüber, wann macht es uns wirklich einmal nichts aus? Das ist doch wirklich sehr, sehr selten der Fall.

Meine Schlussfolgerung: Elas Herrchen hätte bei objektiver Betrachtung der Situation bemerken müssen, dass es sein Fehler war. Mein Hund war angeleint, wie vorgeschrieben und sein Hund ist meinem knurrend hinterhergestiegen. Ein höflicher Münchner hätte Ela direkt hochgenommen und sich dafür entschuldigt, dass sein frei laufender Hund nicht auf’s Wort hört und somit sich und andere Vierbeiner in brenzlige Situationen bringt.

Sollte ich das falsch beurteilen, sagt es mir bitte jemand, denn ansonsten kann ich nach eifriger Überlegung mit der Situation im Reinen seinen und zu mir selbst sagen: „Da steh ich drüber“.

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8 Discussion to this post

  1. Kim sagt:

    Du bist ganz klar im Recht gewesen. Hazel war schließlich an der Leine und wollte sich nur verteidigen, da ‚Eva‘ ja auf euch zukam! Und ihn anzuschreien hätte wohl auch nur zu einer Diskussion geführt, denn wenn er vorher nicht gemerkt hat, wer sich falsch verhalten hat, dann hätte er das dadurch auch nicht verstanden.
    Also lass dir davon nicht den Sonntag ruinieren! 🙂

    • Franziska Elea sagt:

      Vielen Dank, liebe Kim. Es tut gut zu hören, dass ich mich nicht zu Unrecht so darüber geärgert habe und nein, meinen Sonntag verdirbt kein dahergelaufener Nachbar 😀 <3

  2. Mohamad R sagt:

    Hallo ich komme von Tinder ich liebe Sie. Tschus

    • Franziska Elea sagt:

      Hahahaha ich musste ewig überlegen ob ich den Kommentar genehmigen soll oder nicht, aber ich kann nicht anders 😀 😀 😀

  3. Lea Christin sagt:

    Es gibt einfach Menschen, die sehr, sehr unreflektiert durch die Welt gehen. Ich habe schon so viele Menschen kennen gelernt, die genau wie der Fremde sind. Grundsätzlich die Schuld beim Anderen suchen, bloß nicht sehen wo der eigene Fehler liegt. Das habe ich bei engen Freunden, genauso schon bei Fremden erlebt. Da ich genau wie du vermutlich stundenlang darüber gebrühtet hätte, kann ich das wirklich gut nachvollziehen! Da hilft es auch nicht zu sagen, dass man darüber steht. Ich hatte schon tausende Situationen, in denen ich etwas erwiedern wollte und ich es gelassen habe, weil ich mich nicht getraut habe. Hinterher habe ich mich immer, teilweise tagelang, über mich selbst geärgert. Diese Menschen können sich schließlich erst ändern, wenn man sie auf einen Fehler aufmerksam macht. Manchmal nützt es was, manchmal nicht. In jedem Fall fühlt man sich nicht so machtlos und der fremden Meinung ausgesetzt, wenn man etwas zurück gibt.
    Das hilft dir jetzt vielleicht nicht in dieser Situation, aber vielleicht in der nächsten. Und es ist ja so: Man trifft sich immer zweimal im Leben…. 😉

    Liebst ♥
    Lea Christin

  4. Lauren sagt:

    Hallo liebe Franziska. 🙂
    Ich weiß genau was du meinst. Schon hundert Mal habe ich mich über mich selbst oder andere Menschen geärgert und habe es nicht geschafft einfach „drüber zu stehen“. Dieses viele Nachdenken über eine bestimmte Situation macht mich ganz verrückt, aber komplett vergessen kann ich sie dann auch nicht. Manchmal rege ich mich über ganz belanglose Dinge auf. 😀

    Zu der Sache mit dem Hund habe ich noch einen kleinen Hinweis. Ich habe schon oft von Hundetrainern gehört, dass es falsch ist, seinen Hund auf den Arm zu nehmen, wenn er sich schlecht benimmt. Das kann auf den Hund wie eine Belohnung wirken. Sprich: Er wird belohnt, weil er sich nicht hört. Das kann der richtigen Erziehung dann natürlich ganz schön schaden. Allerdings hätte der Mann seinen Hund ja auch an die Leine nehmen können, um wieder mehr Kontrolle zu haben. In allen anderen Punkten gebe ich dir vollkommen Recht.

    Alles Liebe von Lauren ♥

    • Franziska Elea sagt:

      Hey Lauren 🙂
      Vielen Dank für deine Meinung, dass man den Hund nicht hochnehmen soll, macht total Sinn! Nur wenn er eben nicht hört und meinen Hund ohne Leine angreift, ist mir Wurscht was das Herrchen macht, Hauptsache er bringt seinen Hund endlich unter Kontrolle 😀

      Liebe Grüße <3

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