Wie ich selbst zu meinem größten Feind wurde

Circa 20 Jahre meines Lebens waren geprägt von riesengroßer, endloser, erdrückender Langeweile. Egal wo ich hinkam und egal was ich tat, es juckte mich nicht, begeisterte mich nicht, ich fühlte nichts dabei. Wenn mich meine Mutter als Kind zu Freundinnen zum Spielen oder auf einen Kindergeburtstag brachte, wenn ich später mit Schulkolleginnen einen Mädelsabend verbrachte oder wenn wir im Club Feiern waren – mir war langweilig. Ich wollte das nicht, ich wollte auch Spaß an all diesen Dingen haben und nur so sein wie die anderen.
Eigentlich hatte ich wirklich sehr viele Freunde, doch aus irgend einem Grund wollte keiner so richtig eng mit mir sein. Viele mochten und viele hassten, wieder andere verspotteten mich aber eines hatten alle gemeinsam: Sie wollten mir um keinen Preis zu nahe kommen. Um mich herum verstand das keiner, immer hieß es nur, ich solle aufhören mich zu beschweren, mir ginge es einfach nur viel zu gut – wenn man damals gewusst hätte…
Das Dorf in dem ich lebte, machte die Sache nicht gerade besser; demnach war meine Frustrationsgrenze mit 14 wirklich schon erreicht. Was dann passierte, ist eine andere Geschichte, jedoch bin ich wirklich glücklich darüber, heute etwas gefunden zu haben, was mir Freude bereitet und ein Feuer in mir entfacht  ; )

Wie ich bereits in diesem Post angedeutet habe, bin ich zurzeit locker 13-14 Stunden täglich mit meinem Blog/Social Media/Events etc. beschäftigt, was mir generell wirklich gut tut, denn Menschen wie ich brauchen eine Aufgabe und am besten 24 Stunden Programm. Was jedoch weniger spaßig an der Sache ist, ist die Tatsache, dass ich nicht mal für 10 Minuten nichts tun kann. Das konnte ich noch nie und ich meine das wirklich wortwörtlich. Ich hasse duschen und noch weniger mag ich Zähne putzen weil – ihr glaubt es nicht – mir in dieser Zeit LANGWEILIG ist!! Geschirr spülen, Lebensmittel kaufen und U-Bahn fahren erscheinen mir ebenso lästig, da mein Kopf in dieser Zeit keiner aktiven Beschäftigung nachgeht und geistige Leere etwas ist, was ich absolut nicht aushalte. Nicht einmal am Abend komme ich zur Ruhe, denn ich kann wirklich nur einschlafen, wenn ich völlig kaputt, quasi ausgeknockt bin und im Hintergrund eine Serie (ich schwöre auf The Big Bang Theory) oder ein Film läuft. Meine Gedanken widme ich aktiv dem Geschehen im Hintergrund, bis mich der Schlaf einfach überrollt.

Leider hatte ich als Kind noch keinen Fernseher im Zimmer, weshalb ich nachts heimlich Bücher las, mit meinen Stofftieren spielte oder im Haus umherschlich um zu kontrollieren, ob meine Mutter noch da war. Irgendwie hatte ich jeden Abend Angst, dass sie einfach abhauen würde und dass ich am nächsten Tag aufwache und mit meiner kleinen Schwester alleine dastehe. Sie sagte im Eifer des Gefechts des Öfteren Dinge wie „an einem schönen Tag hau ich ab, dann bin ich weg!“ Auch wenn sie heute sicherlich sagen würde, sie hätte das doch nicht so gemeint – aus irgend einem Grund hatten sich diese Worte bei mir tief eingebrannt.

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Egal was in meinem Kopf vorgeht, es ist immer irgendwas. Wenn ich andere Leute hin und wieder frage, woran sie gerade denken und sie mit „nichts“ antworten, beginnt eine endlose Diskussion, weil ich aus Erfahrung der Überzeugung bin, dass es unmöglich ist, an „nichts“ zu denken.
Natürlich habe ich es auch mit Yoga probiert und mit Achtsamkeitsübungen, wirklich sehr hilfreich, wenn man sich darauf einlassen kann. Doch nicht mal das funktioniert. Ich denke in jeder Sekunde in der ich mich nicht im Tiefschlaf befinde und bin den ganzen Tag auf der Suche nach einer Tätigkeit, die mich von meinen eigenen, furchtbaren Gedanken ablöst. Denn wenn ich nichts tu, denke ich und das ertrage ich nicht.
Deshalb setze ich mir täglich Ziele, die absolut nicht zu erreichen sind, arbeite bis spät in die Nacht daran und bin am Ende unzufrieden mit mir selbst, weil ich das, was ich mir vorgenommen hatte, nicht geschafft habe. Dann fühle ich mich ausgebrannt und wünschte, ich könnte einfach mal 10 Minuten nichts tun. Einfach einmal da liegen und die Ruhe auf mich wirken lassen. Wahrscheinlich sterbe ich an einem schönen Tag an einem Herzinfarkt…

P.S.: Es gibt ein neues Shopping Haul Video auf meinem YouTube Kanal :)) Einfach hier klicken <3

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26 Discussion to this post

  1. Hannah sagt:

    ich hab dich lieb und bin froh, dass du meine große Schwester bist? ❤️❤️❤️❤️

  2. Hannah sagt:

    Ich kann dich verstehen. Mir geht es auch oft so. Ich musste schmunzeln, als ich das mit dem Zähneputzen las, weil es bei mir genau das gleiche ist. Zum Beispiel hasse ich auch Föhnen oder Einschlafen, eben deshalb, weil es so langweilig ist. Dank deinem Blogpost habe ich endlich gemerkt, dass ich nicht die einzige bin. Danke ❤ Du bist wunderhübsch und deine Yt Videos sind auch sehr cool. Deine Hannah ❤

  3. Eva sagt:

    Ich kenne das zu gut, mir sind banale Dinge auch oft zu langweilig, und wenn ich einfach nur ne Serie schaue, muss ich nebenbei noch x andere Dinge erledigen, weil mir nur fernsehen zu langweilig ist. Ich hasse es nichts zu tun zu haben und kann unter Stress viel viel besser arbeiten, weil ich dann einfach das Gefühl habe, dass mein Leben einen Sinn hat! 😀
    Abends brauche ich mindestens 1 eher 2 Stunden, bis ich schlafe, weil ich so viel über alles mögliche nachdenke, sei es der nächste Tag oder die nächsten Woche, oder oder oder irgendwas schwirrt mir immer im Kopf rum. Und meistens auch mehrere Dinge gleichzeitig. Ich freu mich schon unfassbar darauf, wenn ich bald studiere und wieder Stress habe, weil ich zur Zeit nur Stress habe, wenn ich mir welchen mache, und das funktioniert auch eher begrenzt, weil ich irgendwann alles erledigt habe, was so anfällt.
    In der Schule habe ich zwar nichts für die Schule getan, aber diesen Druck geliebt, den ich unterbewusst natürlich trotzdem hatte, da kam es mir einfach sinnvoller vor! Ich tu zwar unglaublich gerne etwas, aber eben nur das, was mir Spaß macht, sinnvoll erscheint, etc. und dazu haben Deutschhausaufgaben nie gehört! 😀
    Liebste Grüße von einer ebenso tickenden Person
    Eva

    http://www.eva-jasmin.de

    • Franziska Elea sagt:

      Hahaha geil, nur fernsehen ist zu langweilig 😀 Ja mein Fernseher läuft auch immer im Hintergrund wenn ich zu huste bin. Tausend Dank dass du dir immer so viel Zeit nimmst um einen Kommentar zu hinterlasse!! Ich weiß das echt zu schätzen und freue mich schon, wenn wir uns bald wiedersehen 🙂

      Liebste Grüße <3

  4. Dajana sagt:

    Ehrlich ?
    Ich kann mich da gar nicht reinversetzen , aberntest war trotzdem interessant darüber zu lesen !
    Liebe Grüße Dajana

  5. Patty sagt:

    Dein Beitrag hat mich wirklich gefesselt. Ich muss zugeben, dass ich wirklich selten längere Texte komplett lese, aber bei deinem konnte ich irgendwie nicht aufhören. Ich glaube jeder kennt diese Langweile in bestimmten Situationen, wahrscheinlich nicht so ausgeprägt wie es bei dir ist, aber wahrscheinlich wissen viele Menschen was du meinst. Ich persönlich brauche auch immer eine Aufgabe im Leben und versuche gerne neue Dinge auszuprobieren. Trotzdem kann ich auch einfach mal faul rumliegen und das wundervolle Wetter genießen und einfach mal nichts tun 🙂 Dein Text ist wirklich toll geschrieben und deine Bilder gefallen mir ebenfalls sehr gut !

    Liebe Grüße 🙂
    Measlychocolate by Patty

    • Franziska Elea sagt:

      Oooooh danke das ist so lieb von dir!! Fühle mich geehrt 🙂 😉 Vielleicht lerne ich das mit dem nichts tun ja noch 😀

  6. Hei sagt:

    Versuch Freunde/Personen zu finden, die genauso viel Gas geben wie du. Manchmal sind die, die am faulsten erscheinen bzw. bei denen andere denken, sie würden nichts machen und sich gerade so durchdrücken, genau das Gegenteil. Ich bin dauerhaft am etwas machen (ob Studium, private Interessen, etc.), allerdings ohne das es viele bemerken. Die Diskussionen übers „nichts“-Denken kenne ich auch. Das muss doch unfassbar Langweilig sein, wenn man nichts denkt und im Kopf, wenn auch nur für 10 Minuten, leere ist; ich bin schon nach 5 Minuten am durchdrehen.
    Find’s immer interessant von Menschen zu hören, die ähnlich ticken wie ich.

  7. Sassi sagt:

    Toller Post meine Liebe, aber ich glaube dir dass das einfach manchmal wirklich anstrengend ist 🙂 Du könntest ja beim Zähneputzen z.B. über einen neuen Post nachdenken :*
    Ich denke du kannst auf jeden Fall stolz sein auf dich, du hast viel erreicht und auch wenn mal ein Tag nicht so klappt kommt der nächste :*
    Ich schwöre beim einschlafen auf Hörspiele (ja das hört sich kindisch an aber es ist mega gut :D)
    Liebste Grüße
    Sassi

    • Franziska Elea sagt:

      Danke Sassi 🙂 Oh ja, mit Hörspielen hab ich es auch schon versuch oder mit Traumreisen 😀 Wenn du mir was wirklich gutes empfehlen kannst, was man im Internet kostenlos findet, nur her damit 😀 <3

  8. Marsilicious sagt:

    Hey Franzi, das ist echt ein großartiger Beitrag. Es ist beruhigend zu wissen, dass es andere Menschen gibt den es auch so ergeht. Aber ich finde es auch oft echt belastend, den Kopf nicht abschalten zu können. Gerade beim Einschlafen nervt das ziemlich. Manchmal beneide ich Leute aus meinen Umfeld die einfach so auf „Standby“ schalten können.
    Liebe Grüße
    Marcel
    http://www.marsilicious.com

    • Franziska Elea sagt:

      Danke Marcel :))) Du sagst es, ich beneide es definitiv auch und geb mir echt Mühe aber vielleicht brauche ich noch ein paar Jahre 😀
      Liebe Grüße zurück!!

  9. Dorina sagt:

    Ich bin immer wieder fasziniert, hinter die Fassaden einer Person zu schauen, von daher finde ich es klasse, dass du dich in diesem Post ein Stück weit geöffnet hast. 🙂
    Ich bin jemand, den es anstrengt, sozial aktiv zu sein. Klingt irgendwie komisch? Mh ja, ist es auch. Aber empfinde zum Beispiel kurz vor einem Mädelsabend keine große Lust, wenn ich erstmal dabei bin, ist es etwas ganz anders. Aber auch danach bin ich froh, wenn es „vorbei“ ist. Ich habe wenige, dafür sehr, sehr gute Freunde, bei denen ich mich auch nicht ständig melden muss oder mit denen man 23 Stunden am Stück aufeinander hockt. Wenn ich eins gelernt habe, dann ist es, das zu tun, was für einen am Besten ist. In diesem Sinne, liebe Franziska 🙂

    Liebste Grüße
    Dorina // Adeline und Gustav

  10. Jay_JayNina sagt:

    Ich kenne es zwar nicht So krass wie du, aber das mit der Langeweile plagt mich auch sehr häufig. An der Ampel stehen, beim Arzt warten, sogar an der Arbeit habe ich diese Momente, in denen ich mich absolut nutzlos fühle und langweile. Und könnte seine Zeit um einiges sinnvoller verbringen! 😉 sehr interessanter Post! Mach weiter so! 🙂

  11. Andrea sagt:

    Liebe Franzi,
    das hat mich gerade so inspiriert, dass ich einen Artikel zum Thema geschrieben habe und dort auf dich verweise: http://www.andysparkles.de/2016/06/freitagspost-du-bist-nicht-allein-von.html

    Du hast wirklich einen super schönen Blog und tolle Texte, ich schaue immer wieder mal gerne rein!

    • Franziska Elea sagt:

      Oooooh wie cool, danke :))) Den Beitrage werde ich mir auf jeden Fall anschauen, freut mich mega dass ich dich inspiriert habe <33

  12. Carolin sagt:

    Super interessanter Text! Mir geht es da wie dir, ich hasse es Zeit zu „verschwenden“ und bin ein Stück weit wahrscheinlich auch ein Workaholic 😀

    Mein Blog nilooorac ist gerade auf eine eigene Domain umgezogen. Ich würde mich sehr freuen, wenn du mal auf der neuen Seite vorbeischaust 🙂

    Liebe Grüße

    http://nilooorac.com/

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