Wie authentisch ist Werbung auf Blogs?

Wie authentisch sind Beiträge von Bloggern wirklich? Sind unsere Meinungen eigentlich nur gekauft? Letzte Woche habe ich einen Kommentar von einer Leserin bekommen, den ich nicht veröffentlicht habe. Nicht weil er so besonders böse oder unter der Gürtellinie war, sondern einfach weil ich darauf hätte antworten müssen und das hätte eine Menge Zeit gekostet, die bei mir echt knapp bemessen ist. Die Leserin schrieb, ich solle doch aufhören Schleichwerbung zu machen und öffentlich dazu stehen, dass ich mich sozusagen verkaufe. Heute möchte ich zu diesem Vorwurf Stellung nehmen und euch erklären, warum ich als Bloggerin trotz Kooperationen immer ehrlich berichte und was es mit dem Thema Schleichwerbung auf Blogs wirklich auf sich hat.

Ja, es gibt definitiv den ein oder anderen Influencer, der alle Kooperationsanfragen für ein Taschenbuch und einen Nagellack annimmt. Täglich bekomme ich zahlreiche E-Mails von Modelabels, Start Ups, Dienstleistungsunternehmen und und und.. Jeder möchte irgendwie irgendwo auf meinen Social Media Kanälen erwähnt oder gezeigt werden. Manche sind der festen Überzeugung, dass ein Beitrag auf meinem Blog ein ganzes T-Shirt wert ist, andere bieten – und da bin ich ganz ehrlich – für meine Verhältnisse horrende Summen. Insgesamt kann ich sagen, dass ich von 15 Anfragen vielleicht 1 annehme. Das A und O ist für mich Authentizität, das heißt, ich muss auch wirklich hinter dem Produkt/Label stehen und mich damit identifizieren können. Das ist natürlich nicht immer der Fall, wenn alle möglichen Leute mit ihren Angeboten auf mich zukommen. Deshalb nehme ich auch selbst oft die Sache in die Hand und schreibe die Firmen an, mit denen ich gerne zusammenarbeiten möchte.

Wenn ich beispielsweise sowieso einen Beitrag über Hunkemöller schreiben möchte, weil ich von der Marke selbst total überzeugt bin, gehe ich einfach hin und schreibe eine E-Mail an das Label. Immerhin werden nicht gerade wenige Leute meinen positiven Bericht lesen und es ist für mich eine Menge Arbeit, wieso sollte sich Hunkemöller da nicht in irgend einer Weise erkenntlich zeigen? Falls ich eine Absage bekomme, veröffentliche ich den Post trotzdem, da es mir in erster Linie um den Mehrwert für meine Leser geht und ich nicht auf Teufel komm raus mit dem Bloggen möglichst viel Geld verdienen muss.

Jetzt meine Frage an euch: Wo ist das Problem? Warum ärgern sich alle über gesponserte Beiträge?

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Natürlich gibt es, wie bereits gesagt, Blogger, die ihr Gesicht für alles und jeden in die Kamera halten, nur um irgend einen  Gewinn aus der Sache zu ziehen. Diese Kandidaten enttarnt man meiner Meinung nach aber ziemlich schnell und das sind auch nicht die Blogs, die ich persönlich gerne lese. ALLE großen Blogger lassen ihre Beiträge sponsern und meine Güte, wenn man davon leben will, muss man auch mal kompromissbereit sein. Was ist so schlimm daran, wenn man sein Hobby zum Beruf machen möchte?

Ich verkaufe mich selbst doch nur, wenn ich für eine Marke werbe, die ich privat niemals kaufen würde. Dann gaukle ich euch etwas vor, dann bin ich unehrlich. Jedoch wage ich von mir zu behaupten, dass ich professionell genug bin, um die Brands herauszufiltern, die ich selbst vertreten möchte.

Das Bloggen ist wirklich sehr, sehr viel Arbeit und man sieht auf den ersten Blick sicherlich nicht, was eigentlich dahinter steckt. Es macht mir Spaß und für viele Labels gibt es keine bessere Werbung, als die ehrliche, positive Meinung einer Bloggerin, die ihre Produkte dezent und ansehnlich in einen Beitrag integriert. Auch wenn ich beispielsweise mit einem Online Shop zusammenarbeite, wähle ich selbst am Ende die Teile aus, die ich auf meinem Blog und meinen Social Media Kanälen zeigen will. Keiner kommt daher und sagt mir: Du musst genau dieses Paar Schuhe tragen und dafür bekommst du 1000€. Das hatte ich wirklich noch nie. Ich bin immer diejenige, die entscheidet mit wem ich arbeite und welches Produkt ich am Ende zeige. Falls ich mit der Ware nicht zufrieden bin, teile ich euch das ebenso mit, es geht im Wesentlichen einfach nur darum, die Marke zu erwähnen.

Ich weiß, dass viele das in den falschen Hals bekommen und glauben, unterstützte Beiträge haben nichts mehr mit der persönlichen Meinung des Bloggers zu tun, aber das ist schlicht und ergreifend nicht wahr. Es ist immer noch mein Blog und ich gebe mein Bestes, jede Woche und jeden Tag auf Instagram gute Inhalte für euch bereitzustellen. Außerdem verbringe ich locker 12 Stunden täglich mit eben dieser Arbeit und ich weiß beim besten Willen nicht, was verkehrt daran ist, wenn ich dafür irgendwann auch mal entlohnt werde.

Versteht ihr, was ich meine? Wusstet ihr, dass es hinter den Kulissen im Prinzip so abläuft??

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9 Discussion to this post

  1. Eva sagt:

    Wirklich ein toller Post, Liebes! Räumst endlich mal mit dem Klischee auf, dass jeder gesponserte Beitrag nur Werbung ist und Blogger jeden Scheiss promoten…
    Liebe Grüsse und noch einen schönen Sonntag! <3
    Eva

    http://www.eva-jasmin.de

  2. Anne-Sophie sagt:

    Da es sich um meinen Kommentar handelt, den du nicht freigegeben hast, muss ich dazu was schreiben.
    mein Problem lag auch darin, dass du „in Zusammenarbeit mit XXX“ extra unkenntlich machst bzw mit weißer Schrift schreibst. Wenn du die Marke gut findest solltest du kein Problem damit haben öffentlich zu zeigen, dass sie dich dafür sponsorn. Entweder man schreibt es das es alle sehen können oder eben gar nicht. Aber den Text zu verstekcen zu machen finde ich nicht ok.
    PS: Ich bin echt dein großer Fan von dir und schaue jeden deiner Snaps, lese sofort deine Blogposts und kommentiere sie. Oft rede ich auch mit einer Freundin über dich. Leider muss ich gestehen, dass ich ein Kerl bin und es mir peinlich war und deswegen den falschen Namen angegeben habe.

    • Franziska Elea sagt:

      Okay, ich nenne dich jetzt trotzdem mal Anne 😀 Ich verstehe deine Argumentation, jedoch habe ich wirklich nie eine Kennzeichnung in weiß geschrieben. Wenn ich nicht wollen würde, dass es jemand liest, würde ich es weglassen, ich bin lediglich der Meinung, dass es in grauer Schrift dezenter wirkt. Viele nehmen es mir als Bloggerin übel, wenn Beiträge gesponsert sind und ich wollte es einfach nicht so auffällig da hinklatschen, zumindest bevor ich klargestellt habe, was wirklich dahinter steckt. Das machen sehr viele andere Blogger genauso und ich habe es mir ehrlich gesagt abgeschaut 😀 Wenn es euch in schwarz besser gefällt, meine Güte, dann schreibe ich en künftig in schwarz, ist ja kein Ding 😉 Das ist übrigens echt süß von dir und ich freue mich voll, dass du mir so treu folgst 🙂 Danke!!!

  3. Ulrike Dully sagt:

    Herrlich Franzi… Du polarisierst mal wieder . Bleib so authentisch und verkaufen unter wert musst du allemal nicht.

  4. Toller Beitrag und ich finde, dass du es absolut auf den Punkt gebracht hast. Klar gibt es diese Blogger, die für alles und jeden Werbung machen, aber der größte Teil (so hoffe ich doch^^) sieht es wie du und nimmt nur das als „Werbung“ mit auf, was zu einem selbst passt.

  5. Mai sagt:

    Ich finde man erkennt relativ schnell, ob die Blogger auch hinter den gesponsorten Produkten stehen oder nicht. Solange man das tut ist es ja völlig legitim damit auch Geld verdienen zu wollen. Von irgendwas muss man schließlich auch leben 😀

    Liebste Grüße – Mai
    http://www.sparkleandsand.com

  6. Lisa sagt:

    Hi Franzi,
    Veröffentlichst du auch Kooperation mit denen du nicht zufrieden warst, zb die Produkte waren doch nicht so Qualitativ hochwertig als du erst dachtest?
    Und wenn ja, wie reagierst du auf die Reaktion der Firma?
    Liebe Grüße
    Lisa xx von http://daiisyli.com

    • Franziska Elea sagt:

      Hey Lisa 🙂
      Jap, das mache ich aber ich verpacke das dann eben ein bisschen dezenter. Ich schreibe dann nicht „das Produkt ist scheiße“ sondern weise sachlich auf Mängel und auch auf das Positive hin 🙂

      Hoffe das hilft dir! :*

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