Wie können sich die Blogger das nur leisten???

Gucci Taschen, Chloé-Boots, 5-Sterne Luxus Hotels, heute Paris und morgen New York: Wie zur Hölle kann sich ein 20-jähriges Blogger-Mädchen solch einen Lifestyle leisten? Diese Frage hat mir eine Leserin nach einem meiner letzten Posts gestellt und da ich gerne ein bisschen Licht ins Dunkel bringe, habe ich beschlossen, euch heute darüber aufzuklären. Vielleicht werden mich einige meiner Kolleginnen dafür hassen, aber ich bin selbst immer wieder erstaunt, was mir durch das Bloggen so alles ermöglicht wird und sehe keinen Grund, euch zu verheimlichen, wie das alles finanziert wird.

Wenn ich mir einen Beruf auf der Welt frei aussuchen könnte, dann wäre das ganz sicher Bloggerin. Mit steigender Reichweite werden immer mehr Firmen auf dich aufmerksam und wollen auf deinen Kanälen werben. TV Spots, Litfaßsäulen und plumpe Annoncen in der Zeitung sind definitiv eine Möglichkeit, die eigene Marke zu promoten, aber es gibt unzählige Gründe, warum es viel schlauer, moderner und effektiver ist, mit einem Blogger zusammenzuarbeiten. Wir integrieren Produkte, stehen mit unserer Persönlichkeit hinter einer Brand und genießen das Vertrauen unserer Leser. Ihr schaut in eurer Freizeit auf uns, weil wir euch inspirieren und ihr bekommt unbewusst das Gefühl, dass der neue Puma Schuh wirklich angesagt sein muss, wenn wir ihn tragen (zumindest ist das der Gedanke dahinter :P). Wann habt ihr zum letzten Mal aufmerksam, freiwillig und interessiert einen Fernsehspot verfolgt?

Diese Art von Werbung ist quasi neu und nicht nur Fashion Brands wissen Influencer Marketing für sich zu nutzen. Hotels, Restaurants, Reiseveranstalter, jeder möchte zurzeit einen Platz auf dem Instagram Account eines erfolgreichen Bloggers ergattern. Da wir sehr genau wissen, dass eben dieser Platz etwas wert ist, können wir natürlich auch Geld dafür verlangen. Je etablierter, professioneller und größer ein Influencer ist, desto höher sind natürlich seine Preise. Wenn ich für eine Kooperation bereits ein Budget im niedrigen 4-stelligen Bereich veranschlage, dann könnt ihr euch vorstellen, was Caro Daur oder Pamela Reif dafür bekommen. Wir reden hier von mehreren tausend Euro für ein einziges Instagram Foto!! Wenn ich dann mindestens jeden 2. Tag ein gesponsertes Bild poste, könnt ihr euch selbst ausrechnen, was am Ende des Monats (natürlich abzüglich der Steuern) dabei herauskommt. Bei einem solchen Einkommen kann man sich selbstverständlich tolle Reisen, Chanel-Handtaschen und teure Sonnenbrillen leisten – aber es ist meistens nicht mal notwendig, dafür eigenes Geld auszugeben. Warum?

Die „Großen“ arbeiten natürlich auch mit den großen Brands wie Chloé, Fendi, Adidas etc. zusammen und werden selbstverständlich ausgestattet – „nimm, was du willst“ lautet hier in der Regel das Motto. Ansonsten gibt es unzählige Online Shops, die ebenfalls diese teuren Produkte verkaufen und ihren Shop bewerben wollen. Bei einem solchen Arrangement suche ich mir beispielsweise eine Designer Tasche bei xy aus und vermerke auf Instagram oder meinem Blog, dass ich sie dort im Shop gefunden habe. Werbung gegen Ware, im besten Fall plus Budget, das hängt natürlich vom Status des Bloggers ab.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zu den Reisen: Auch diese sind in den meisten Fällen nicht selbst finanziert. Ich persönlich bin nicht groß genug, als dass Lufthansa oder Neckermann mit mir arbeitet, aber wenn ich beispielsweise nach London reisen möchte, kontaktiere ich Hotels, die ich selbst auch buchen würde, vor Ort und biete ihnen eine Promotion gegen ein paar Tage „kostenlose“ Unterkunft an (da eine Promotion immer eine Menge Arbeit bedeutet, ist der Begriff kostenlos relativ). Eine Win-Win-Situation für beide Parteien, die Flüge bezahle ich zurzeit jedoch leider selbst 😀
Bei größeren Bloggern lädt jedoch meistens ein Kunde im Zuge einer Kooperation ein und übernimmt Reisekosten sowie Aufenthalt. Kürzlich hatte ich beispielsweise eine Anfrage von C., die mich aus Werbezwecken auf ihrem Event in London dabei haben wollten. Flüge und Hotel übernimmt der Kunde, im Gegenzug soll ich 2 Bilder auf Instagram veröffentlichen. Da ich mich mit der Marke jedoch nicht 100% identifizieren konnte und es auch ansonsten keine finanzielle Vergütung gab, habe ich abgesagt. Schließlich wären mir 2 Arbeitstage verloren gegangen und ich hatte einfach keine Lust, eine Brand zu promoten, von deren Image ich nicht wirklich überzeugt bin.
Wenn ich jetzt 5x so viele Follower (also 500k) hätte, würden sich Angebote dieser Art natürlich häufen. Vielleicht würde mich Adidas nach Rio de Janeiro einladen oder Fendi zur Fashion Week nach Milan. Natürlich hängt das Ganze nicht nur von der bloßen Followerzahl ab, man muss eben auch ein passendes Konzept und ein gewisses Maß an Qualität aufweisen, aber das erklärt sich ja von selbst.

Langer Rede kurzer Sinn: Erfolgreiche Blogger bekomme diese Dinge gesponsert und werden meistens noch dafür bezahlt, Hotels und Designerstücke auf ihren Social Media Kanälen zu promoten. Natürlich kauft man sich selbst auch mal ein geliebtes Paar Schuhe, aber das ist oft gar nicht nötig.
Kleinere Influencer sparen sich das Geld für die Chanel in den meisten Fällen wohl zusammen, oder bekommen sie von Papa zu Weihnachten geschenkt (ich sehe auf den ersten Blick, wer wohlhabende Eltern hat, wer spart und wer gesponsert wird).

Meiner Meinung nach ist nichts davon verwerflich, sondern alles (außer in den Papi-Fällen) das Ergebnis von harter Arbeit und vor allem Durchhaltevermögen. Wer sich jetzt denkt „Boa, ich muss auch Blogger werden“: Versucht es! Aber ihr werdet schnell merken, dass das alles nicht so leicht und spaßig ist, wie man im ersten Moment vielleicht denken mag.
Dennoch hat es einen Grund, warum ich mein Studium für den Blogger-Beruf an den Nagel gehängt habe und ich möchte ehrlich sein und dazu stehen, dass ich mir heimlich wünsche, auch mal von Chloé nach Paris eingeladen zu werden 😉

 

Ihr habt auch eine dringende Frage, die ich für euch beantworten könnte? Lasst es mich wissen!
x Franzi

Pullover: Mango
Jeans, Tasche: Zara
Schuhe: Adidas

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25 Discussion to this post

  1. Sassi sagt:

    Ja ich würde mich definitv auch als Traumberuf Blogger aussuchen. Was man dadurch alles erreichen kann ist unglaublich.
    Ich sehe ja immer noch zu den großen Bloggern auf, denn im Gegensatz zu dir bin ich ja auch noch klein 😉
    Aber Auch ich hatte nun schon einige tolle Kooperationen und bin immer wieder begeistert. Nur was den Preis angeht bin ich ab und an noch unsicher 😉
    Außerdem finde ich es toll, dass du ein so großes Event in London ablehnst, weil du dich damit nicht identifizierst.
    Liebste Grüße und einen wunderschönen Abend.
    Sassi

    • Franziska Elea sagt:

      Ja, man muss sich natürlich erst rantasten, aber das kriegst du schon hin, trau dich einfach! 🙂 Ich glaube, wenn man erfolgreich sein will, muss man eine klare Linie fahren und sollte sich seine Kunden gezielt aussuchen – das versuche ich zumindest 😀
      Dir auch einen schönen Abend 🙂 :*

      • Sassi sagt:

        Ja da hast du recht 😉 Danke dir.
        Auf jeden Fall. Ich hab erst letztens einen Post über Kooperationen geschrieben mit den Top 5 Sünden der Blogger und den Top 5 der Unternehmen 😀
        Vielleicht sieht man sich ja bald mal wieder auf einem Event 😉

  2. Anna sagt:

    Hallo liebe Franziska!
    Ich finde deinen Blogpost wirklich sehr spannend und stimme dir in vielen Punkten zu. Ich bin ein kleiner (wirklich kleiner) Blogger und bekomme schon jetzt öfter Anfragen von einigen coolen Firmen. Darüber freue ich mich jeweils sehr!

    Dass du aber für das Blogger dasein dein Studium unterbrochen/beendet? hast, finde ich sehr krass. Aber ich kann mir vorstellen, dass du sehr viel Zeit in deinen Blog steckst und dich darauf konzentrieren möchtest.. Deshalb; Viel Erfolg!

    und vielleicht bist du schon bald zur Fashionwek in Milano eingeladen! 😀

    • Franziska Elea sagt:

      Cool, siehst du, man muss nicht einmal besonders „groß“ sein, das ist doch toll 🙂 Ja, es war eine langwierige, schwere Entscheidung aber ich habe für mich die richtige Wahl getroffen und möchte es versuchen. Falls es nicht klappt, geh ich halt wieder zur Uni 😀

      Liebe Grüße und danke <3

  3. sara_rami sagt:

    Franzi im Ernst? Du bist wirklich eine Inspiration für viele und ebenfalls für mich! Vielen Dank nochmal an der Stelle, dass du meine Themenanfrage von letzter Woche angenommen hast und dir die Zeit, sowie Courage dafür genommen hast so ehrlich zu antworten. Ich wette vieler deiner Kolleginen hätten das beschönigt oder einfach schlicht und ergreifend nicht gemacht.

    Ich habe keine Ahnung, ob man dich in einer IG dm erreichen kann, aber ich würde dich gerne was „privat“ fragen. Sprich nicht deine komplette Kommentarseite zuquasseln 😄 …

    Lass mich wissen, ob das möglich ist.

    Liebe Grüße & danke für das kleine, große Licht im Dunklen

    Sara 🙂

    • Franziska Elea sagt:

      Haha ja klar, wenn ich sage, dass ich mich mit dem Thema beschäftigen werde, dann mach ich das auch 😉 Schön, dass du den Beitrag aufschlussreich findest! Ja, du kannst mir bei Instagram direkt schreiben, ich werde dich schon raussuchen zwischen all den Arabern, die mich heiraten wollen 😀

      Bis dann <3

  4. Jessica sagt:

    Hey, mal wieder ein toller Post 😊
    Was mich auch interessieren würde ist die Frage nach der Seriosität. Woran erkenne ich, ob ein Unternehmen seriös ist? Weil manchmal werde ich von Firmen und Ambassadors angeschrieben und nach Kooperationen gefragt, aber da bin ich mir oft unsicher. Ich schaue mir zwar deren Produkte an, und wenn mir ein Produkt zb nicht gefällt, dann wird die Anfrage auch direkt abgelehnt. Aber bei manchen habe ich zwar Interesse, zweifel aber ein bisschen 🙈 man will ja auch nicht einfach so Leuten die Wohnadresse senden 😄
    Würde mich über eine Antwort freuen ☺

    Liebe Grüße,
    Jessica 💕

  5. antela sagt:

    edgy and chic look
    kisses Blamod
    http://blamod.com

  6. Melanie sagt:

    Das Thema finde ich total spannend und ich finde es ja immer wieder erstaunlich, was so alles gespondert ist.

    dein gelber Pulli gefällt mir total gut :-*

    viele liebe Grüße
    Melanie / http://www.goldzeitblog.de

  7. Carolin sagt:

    Ich finde deine ehrliche Art einfach so toll und sympathisch 🙂 Man sollte da wirklich nicht immer so ein Geheimnis daraus machen, deshalb finde ich es super, dass du so offen über die Kooperationen und den Lifestyle sprichst.

    Liebe Grüße, Caro x
    http://nilooorac.com/

  8. Hey Franzi,
    ich finde es klasse, dass du so offen über das Bloggen sprichst. Ich selbst habe gerade erst angefangen. Meine Fragen an dich sind: Wie haben deine Familie und Freunde darauf reagiert ? Und war dir das anfangs unangenehm mitten in der Stadt Fotos zu machen?
    Hab‘ noch einen sonnigen Tag!
    Magdalena

  9. Anja sagt:

    Hallo Franzi! Finde es wirklich toll, wie offen du darüber redest. Ich habe mich tatsächlich auch immer schon gefragt, wie Blogger sich das alles leisten können 😀 Eigentlich klingt das alles plausibel. Warum genau hast du letztendlich dein Studium abgebrochen? Bin selbst Studentin und Frage rein aus Interesse 🙂 Liebe Grüße Anja <3

  10. TV sagt:

    I like those combination of colors very much. Could You write where I can buy this awesome bag?

  11. Benita sagt:

    So ein toller Post, liebe Franzi! Schön, als Anfängerin mal einen Einblick „hinter die Kulissen“ zu bekommen. Finde ich super spannend, und der Post ist zudem auch wieder toll geschrieben! Mach weiter so! Liebe Grüße, Benita von http://www.aboutbenita.com

  12. Nina sagt:

    Liebe Franzi!

    Ein wirklich toller Blogpost der eine Frage beantwortet die sich oft sicher viele Leute stellen. Ich selbst habe vor einer Weile angefangen hobbymäßig zu bloggen und habe mich das auch immer gefragt. Mittlerweile hatte ich ein paar kleinere, aber wirklich tolle Kooperationen für die ich sehr dankbar bin.
    Ich finde es toll, dass du immer wieder die Wahrheit ans Tageslicht bringst und so ehrlich mit deinen Lesern bist, was viele andere große Blogger nicht machen.

    Liebe Grüße,
    Nina

  13. Louise sagt:

    Ich finde es so toll, dass du auch Nicht-Blogger darüber aufklärst, denn heut zu Tage ist viel mehr Schein als sein – wenn wir nur mal bedenken, wie viel Werbung auf uns einwirkt, ohne dass wir es bemerken – gerade bei großen Bloggern. Ich finde es schade, dass sie uns im Schatten stehen lassen, ich fühle mich da schlicht weg verarscht :/
    Aber wer weiß, umso mehr man sich damit beschäftigt umso mehr werden die Leute hoffentlich bemerken, dass vieles Werbung ist 🙂
    Ach und: Ich finde es verdient Respekt, dass du London abgesagt hast! Man sollte immer hinter Produkten und für seine Follower stehen 🙂

    Liebe Grüße,
    Louise von http://www.jovialouise.com

  14. Tabea sagt:

    Sehr schön geschriebener Artikel. Und ich kann Dir Recht geben, bloggen ist harte Arbeit. Wobei ich es ja nur als Hobby mache und kein Geld damit verdiene. Aber ich bin auch bei weitem nicht so gut und professionell wie Du.
    Und vielleicht wird irgendwann auch mal eine Chanel-Tasche bei mir einziehen 😉 Aber gekauft 😉

    Liebe Grüße,

    Tabea
    http://tabsstyle.com

  15. Alena sagt:

    Also erst einmal, Respekt an dich, dass du das so offen erzählst, dass es letztendlich eine reine Werbemaschinerie ist, die da auf uns einwirkt. Das würde definitiv nicht jeder Blogger/Influencer machen.

    Ich muss aber auch sagen, auch mit der Gefahr, dass ich hier anecke, ich bin genervt. Gerade war Coachella und unter jedem Post konnte man den Sponsor finden. Ich glaube letztendlich kommt die Tatsache, dass alles ein riesiger Fake ist, immer mehr ans Licht und auch die kleinen Mädels begreifen, dass sie manipuliert werden.
    Dass ein Sponsor natürlich lieber mit jungen, hübschen angesagten Mädels zusammen arbeitet anstatt mit über 30-jährigen, die das Instagram-Alter schon überschritten haben, sollte klar sein.
    Da kann man Caro D., Pamela & Co nur wünschen, dass sie genug Geld verdient haben eh der Hype um ihre Person wieder verschwunden ist.

  16. Anna sagt:

    Selten so einen ehrlichen Beitrag einer Bloggerin gelesen. Richtig, richtig gut! Hut ab vor so viel Ehrlichkeit.

    Liebe Grüße
    Anna

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