Studium abgebrochen? DAS belastet mich wirklich!

Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden nicht mehr zu studieren. Ich bin nun offiziell nicht mehr „die Studentin“ sondern plötzlich „die Bloggerin“. Für gewöhnlich stößt diese Berufsbezeichnung auf eine Menge Skepsis und wird von Leuten, die damit nicht viel am Hut haben, grundsätzlich belächelt. Ziemlich schnell kommt dann die Frage auf, was ich denn im Monat so damit verdiene. Wenn ich ehrlich antworte, fällt den meisten erst einmal die Kinnlade runter und sie beginnen, ihr eigenes Leben und vor allem ihren Beruf zu hinterfragen. Das ist im ersten Moment eine große Genugtuung, klingt aber weitaus einfacher, als es tatsächlich ist.
Geld verdienen schön und gut, nicht zu wissen, an wen man sich vertrauensvoll mit seiner Steuererklärung wenden kann – weniger gut. Das ganze Geld auf die Seite packen, um einen jahrelang angehäuften Studienkredit abzubezahlen – auch nicht besonders erfreulich. Keine Struktur im Alltag haben und ein Burn Out wegen viel zu viel Stress und stetiger Unzufriedenheit erleiden – ganz und gar nicht gut.

Das hört sich zunächst so an, als würde ich meine Entscheidung bereuen, was absolut nicht der Fall ist. Ich LIEBE meinen Job und kann mir derzeit nicht vorstellen, jemals wieder etwas anderes zu machen – sonst würde ich wohl besser zur Uni gehen…
Mit der Steuer komme ich schon klar, die fehlende Struktur hat auch positive Seiten (zB Freiheit in Flexibilität) und ich meditiere mittlerweile täglich um der Erschöpfung entgegenzuwirken. Was mich jedoch mehr belastet, als ich es jemals für möglich gehalten hätte, ist dieser dämliche Studienkredit.
Es war nicht meine freie Entscheidung, ihn aufzunehmen und ich habe anfangs versucht, das tunlichst zu vermeiden, doch nach ein paar Monaten in München musste ich feststellen, dass mir das Geld einfach vorne und hinten nicht reicht. Mit einem 450€ Job kommt man hier nicht weit und wenn man eine Mutter hat, die ihr ganzes Geld für sich selbst braucht und einen Vater, der mit seinem Gehalt für 2 Familien aufkommt, dann muss man ja irgendwie selbst zusehen, wo man bleibt. Natürlich hätte ich auch in eine günstigere Stadt ziehen können, aber wenn ich es mir Recht überlege, hatte ich auch in diesem Punkt nicht wirklich Wahl. Ich hatte hier schon Anschluss gefunden und da ich vorher in Deutschland nie rumgekommen bin, konnte ich mir nicht vorstellen, wo anders hinzuziehen. Ich musste weg, brauchte persönlichkeitsbedingt eine Millionenstadt und ein Umzug nach Hamburg (auch nicht günstiger) oder Berlin wäre für mich als 19-jähriges Mädchen von Rheinland-Pfalz aus einfach nicht machbar gewesen. Also München.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Demnach erkundigte ich mich und da ich über Freunde vom KfW Studienkredit erfahren habe und sich das Ganze für mich plausibel anhörte, ging ich zur Bank. Diesen Kredit bekommt jeder, der immatrikuliert ist, man zahlt am Ende eben den ganzen Betrag + Zinsen zurück. Stets habe ich versucht, die Summe, die ich monatlich anforderte, möglichst gering zu halten und als ich nach ein paar Monaten nochmal um 100€ erhöhte, hatte ich ein richtig schlechtes Gewissen. Aber das Semesterticket und die Winterjacke zahlen sich nun mal nicht von alleine und jede neue Sache (ein Regal, Bücher für die Uni, ein Friseurbesuch), die ich mir leistete, riss ein immenses Loch in mein Budget. Dann musste ich mich 2 Wochen von Cheeseburger und Brezeln ernähren (gibt schlimmeres, haha), um die Differenz wieder auszugleichen, ehe der nächste Studienbeitrag fällig war. Das war echt ätzend.

Ich konnte mir nichts leisten. Mein Fernseher ist locker 15 Jahre alt und stand als ich ein Kind war bei meiner Mum im Wohnzimmer. 90% meiner Möbel stammen aus meinem Kinderzimmer und ich nutzte seitdem es Smartphones gibt immer das gebrauchte Handy meiner Mutter, das sie mir alle 2 Jahre zu Weihnachen schenkte, wenn sie ein neues bekam. Als mein Laptop kaputt ging, kaufte ich mir einen neuen auf Raten und hatte ebenfalls ein richtig schlechtes Gewissen, weil ich mir etwas leistete – etwas, das ich immerhin dringend benötigte. Da nun nochmal 100€ monatlich an Saturn gingen, könnt ihr euch vorstellen, wie glamourös ich in dieser Zeit gelebt habe 😀
Immerhin kostet feiern gehen als Frau in München so gut wie gar nichts – da hatte ich ehrlich gesagt einfach gute Kontakte und vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass ich von Dienstag bis Samstag nur nachts aktiv war.

Naja, wie man sieht kann sich das Blatt wenden und ich habe vor den Kredit auf 2 Raten abzubezahlen, um die monatlichen Zinsen, die sich mittlerweile auf knapp 30€ belaufen, endlich zu stoppen. Dafür geht jeden Monat ein großer Teil meines Einkommens auf ein separates Konto – die andere Hälfte lege ich mal vorsichtshalber für die Steuer oder den nächsten Tierarztbesuch zurück. Da ich nicht weiß, ob ich im nächsten Monat auch wieder so gut verdienen werde, spare ich auch für auftragsfreie Zeiten ein wenig. Es ist deprimierend und irgendwie ungerecht.
Viele Leute, die ich so kennenlerne, reisen um die Welt, können sich von dem Geld, das sie beim Kellnern verdienen auch mal eine Chanel Tasche kaufen und bekommen ihr iPhone zu Weihnachten geschenkt. Das Ärgerliche daran ist nicht, dass ich das nie hatte. Das Ärgerliche ist, dass ich es endlich und aus eigener Kraft „zu etwas gebracht habe“ und mir immer noch nicht wirklich was leisten kann. Klar ist jetzt auch mal ein Wochenstrip oder ein Pauschalurlaub für mich drin, aber ich habe einfach keine ruhige Minute mit diesem Kredit im Nacken.
In ungefähr einem Jahr – sollte nichts dazwischen kommen – werde ich hoffentlich endlich schuldenfrei sein und ich schwör’s euch… Dann kann mich nix mehr halten!!! 😀 *Flugzeugemoji* *Surfemoji* *Handtaschenemoji*

Bomberjacke: Rich&Royal
Kleid: Liu Jo
Tasche: Furla
Heels: Buffalo

Related Posts

20 Discussion to this post

  1. Cathy sagt:

    Hey Mausi, toller Beitrag und ich hoffe, dass alles so läuft wie du es dir vorstellst. Wenn du noch irgendwelche Fragen zu den Steuersachen hast, meld dich per WhatsApp :** dann tu ich mein bestes und frag das bei uns mal nach. Liebe Grüße nach München ❤️

  2. Conny Engel sagt:

    Ich glaube wir sollten uns mal unterhalten 😂😉

  3. Carmen sagt:

    Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft ♥ Du bist eine wunderschöne Frau und ich liebe deinen Blog <3

    Liebste Grüße
    Carmen <3

  4. Tatjana sagt:

    Huhu 🙂

    Das war ein echt toller Beitrag und bestimmt könntest du damit einigen Leuten aus der Seele sprechen. Ich finde es voll toll, dass du den Mut hattest so etwas offen zu schreiben. Hut ab!

    Liebe Grüße Tatjana ♡

  5. Malina sagt:

    Mega Beitrag ! Ich liebe es wenn jemand mal offen über ein Tabuthema spricht (in dem Fall schreibt 😁). Weiter so, lese deinen Blog unheimlich gerne ! 😍

  6. Hannah sagt:

    Man geht im Leben eben nicht immer den geraden Weg. Ich habe mein Erststudium (Jura) auch abgebrochen, dann Journalismus fertig studiert und dann nochmal komplett neu von vorne angefangen und einen Bachelor in Psychologie gemacht, nach dem ich nun bereits im Ende des Psycholofie Masterstudiums stecke. Wege (berufliche wie private) sind eben nicht immer schnur gerade 😉
    Ich denke daher, Du machst alles richtig!
    Und dass Du für die Tierarztkosten von Hazel etwas beiseite legst, finde ich sehr gut und verantwortungsbewusst!
    Lieben Gruß

    Hannah von http://justlikehannah.de/

    • Franziska Elea sagt:

      Wooow, Hammer! Respekt ehrlich. Bin ja der Meinung, dass man eher weiß, was man wirklich will, wenn man mal auf die Schnauze gefallen ist. Oder auch 2 Mal 😉 :*

  7. Respekt vor deiner Ehrlichkeit! Ich finde es toll, dass du da so offen drüber schreibst – hilft dem einen oder anderen vielleicht auch, sich näher mit dem Thema auseinander zu setzen und sich vielleicht selbst mal wieder intensiv mit seinen Schulden zu befassen!

    • Franziska Elea sagt:

      Hahaha ich hoffe doch, dass die meisten hier keine Schulden haben 😀 Kann damit echt ganz schlecht umgehen, nie wieder 😀 😀

  8. jordan sagt:

    This outfit is so cool
    Regards .
    Shopafford.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.