10 Sätze, die jeder Blogger kennt und HASST

Ich denke der Post Titel spricht für sich, also reden wir nicht lange drum herum und legen gleich los 😉

 

1 „Wir sind ein Start Up…“

DIE Rechtfertigung aller Brands dafür, dass für eine Kooperation kein Budget zur Verfügung steht. Ich habe wirklich Verständnis für kleinere Marken, die nicht so viel zahlen können und bin auf jeden Fall immer bereit, meine Preise nach unten zu korrigieren. Aber mittlerweile kommt es mir so vor, als wäre die Bezeichnung „Start Up“ ein Freifahrtschein für kostenlose Werbung auf Blogs & Instagram, hinter der sich auch etablierte Unternehmen gerne verstecken. Ihr würdet lachen, wenn ihr wüsstest, welche Firmen (mit Millionen Umsätzen) sich teilweise als Start Ups ausgeben. Geld für Werbung auf RTL und Pro 7 ist da, für Blogger aber kein Cent! Ich persönlich kann es nicht mehr hören und verliere so langsam die Lust, mit sogenannten „Start Ups“ zu arbeiten. Ich bin übrigens auch ein Start Up und kann meine Kapazitäten nicht verschenken – sorry.

2 „Und davon kannst du leben??“

Ähm ja. Und nein, mein Papa zahlt nicht meine Miete und nein, ich lebe nicht mit meinem Freund zusammen. Schade, dass man als Blogger immer noch nicht wirklich ernst genommen wird und schade, dass sich diese Einstellung schlagartig ändert, wenn man sagt, wie viel Geld man damit verdienen kann. Geld ist wohl der Maßstab aller Dinge und ich finde, die Leute könnten so langsam aufhören, uns zu belächeln. Das ist „out“ und jeder sollte mittlerweile eine Ahnung davon davon haben, was wir hier eigentlich leisten.

3 „Was machst du dann, wenn du mal 40 bist?“

… Was machst DU wenn du 40 bist? Ich weiß es nicht, genauso wenig, wie du. Ein Berufsrisiko hat man immer und ehrlich gesagt hoffe ich schon, dass ich noch lange als Bloggerin arbeiten kann. Vielleicht wächst meine Zielgruppe mit mir, vielleicht stirbt Instagram, vielleicht auch nicht. Vielleicht weiß irgend eines von den zahlreichen Unternehmen, mit denen ich jetzt arbeite, meine Erfahrungswerte zu schätzen und bieten mir anschließend einen Job? Vielleicht wird in 10 Jahren gar nicht mehr so viel Wert auf Uni-Abschlüsse gelegt, weil sowieso jeder einen hat und vielleicht drücke ich auch mit 35 wieder die Schulbank? Vielleicht habe ich bis dahin schon ausgesorgt, vielleicht überfährt mich morgen ein Lastwagen und vielleicht mache ich mir darüber jetzt noch keine Gedanken, sondern nutze meine Chance 🙂

4 „Du denkst ja den ganzen Tag nur an’s Fotos machen – kannst du auch mal von was anderem reden?“

Diesen Satz hört man hauptsächlich aus dem Mund der Menschen, mit denen man viel Zeit verbringt. Ich gebe ihnen Recht und gleichzeitig nervt es mich ein bisschen, dass sie meine Situation einfach nicht verstehen. Nicht verstehen, dass quasi wirklich mein ganzes Leben von eben diesen Fotos abhängt und wie es ist, wenn man den perfekten Moment verpasst und ihm wochenlang nachtrauert.
Viele Fotos kann man nicht planen und wenn man gerade im Urlaub an einem besonders tollen Ort ist, dann will man diese einmalige Chance auch nutzen, um DAS Foto zu machen. Bilder sind unser Aushängeschild, unsere DNA, unsere Existenz und es ist definitiv NICHT leicht, jeden Tag qualitativ hochwertigen Content zu liefern. Er muss besonders sein, mindestens genauso gut oder sogar besser als der der anderen. Das geht nur, wenn man den ganzen Tag damit beschäftigt ist!

Möglicherweise ist das der Grund, warum ich keine Freunde mehr habe, die nicht bloggen und warum ich meinen Freund auch dazu motivieren musste – er macht das übrigens ganz großartig 😀

5 „Was kostet ein Link auf Ihrer Seite?“

ICH VERKAUFE KEINE LINKS AUF MEINER SEITE!!!
Wenn ich werbe, dann aus Überzeugung. Das bedeutet, dass ICH den Content produziere und das Produkt in meine Beiträge einbinde. Mein Blog ist keine Litfaßsäule, da kann man sich einen „Werbeplatz“ nicht einfach kaufen?!

 

 

6 „Zurzeit ist unser Budget leider aufgebraucht, aber wir kommen gerne ein anderes Mal auf dich zurück…“

… Sagt doch einfach, dass ihr nicht mit mir arbeiten wollt -.- Ich verkrafte das schon und es ist weiß Gott nicht schlimm zu hören, dass mein „Image“ vielleicht einfach nicht zur Marke passt oder dass der Kunde nur mit Bloggern ab 500k arbeitet. Das ist okay! Was mich jedoch nervt, ist die Tatsache, dass „wir kommen gerne auf dich zurück“ kein eindeutiges Nein beinhaltet. Das bedeutet, dass ich mir dann immer noch Hoffnungen mache, eventuell später nochmal mit einem anderen Vorschlag auf die Marke zugehe und einfach nicht richtig planen kann. Abgesehen davon schätze ich Ehrlichkeit in allen Lebenslagen.

7 „Hey, kennst du mich noch? Hast du nicht mal Lust wieder en Kaffee trinken zu gehen?“

Was für ein Zufall, dass all die Leute, die mich seit 20 Jahren kennen, innerhalb von 2 Jahren plötzlich wieder auf die Idee kommen, dass sie ja mal einen Kaffee mit mir trinken gehen könnten.
Einerseits ist es schön, dass ich durch meinen Blog (und wahrscheinlich meine IG-Followerzahl) für Menschen aus meiner Vergangenheit auf einmal eine „interessante Persönlichkeit“ geworden bin. Sorry, aber irgendwie gibt es mir zu denken, dass ich 19 Jahre lang 1 Kaffee-Anfrage im Monat bekommen habe und heute ungefähr 10 am Tag – von Leuten, die mich schon damals kannten und 2017 unbedingt mal wieder treffen müssen. Schämt euch :/

8 „Und was genau machst du den ganzen Tag?“

Schlafen.

9 „Das Foto an sich ist auf jeden Fall toll geworden, aber da müssen wir leider nochmal ran“.

Diese Aussage seitens eines Kunden bringt mich regelmäßig zum Verzweifeln. Eine Marke teilt mir mit, was ich auf meinem Foto beachten muss, dass ich bitte keinen Glitzer im Hintergrund haben soll und keinen grünen Lidschatten tragen darf. Okay, total verständlich und akzeptiert.
Ich schminke mich, stelle ein Outfit zusammen, suche eine Location, organisiere einen Fotografen, fahre dorthin, shoote was das Zeug hält, fahre zurück, sortiere die Fotos, wähle das beste aus, plane meinen Post (Text vorbereiten, Kompatibilität mit meinem Feed abgleichen), bearbeite es und schicke es dem Kunden, dass dieser kontrollieren kann, ob ich mich an alle Absprachen aus dem Briefing gehalten habe. Dann kommt „Hm jaaaa das Foto ist schon schön, aber die Jacke gefällt uns nicht zu der Tasche. Das müsstest du bitte nochmal machen.“
Ernsthaft???

Es ist überhaupt kein Thema, gewisse Dinge vorab festzulegen und wenn ich mich an eine Vorgabe nicht gehalten habe, mache ich das Foto auf jeden Fall sofort nochmal – dann war es mein Fehler. ABER: Wenn ich mir die Arbeit mache, extra alle Wünsche berücksichtige und mindestens 8 Stunden Arbeit dann mit einem „der Hintergrund gefällt uns nicht“ abgetan werden, könnte ich ausrasten!!
Nochmal: Wenn ich einen Fehler mache – das ist gar keine Frage – dann bin ich demütig und entschuldige mich. Aber ich muss wissen, was ich bei meiner Gestaltung berücksichtigen muss, BEVOR ich mir ewig ein Motiv überlege und mich stundenlang hinsetze. Ansonsten obliegt jegliche Anfertigung des Contents, also der Bilder, meiner künstlerischen Freiheit.
Ich bin keine Fotografin und kein Magazin, in dem man einfach nur für die Werbefläche bezahlt. Ich bin – wie man so schön sagt – „Content Creator“ und muss die Möglichkeit haben, dem Ergebnis meinen persönlichen Touch zu verleihen. Wer das nicht möchte, bucht bitte einen Fotografen.

10 „Vom Blog/Instagram leben? Das schaffen doch nur die aller Wenigsten…“

Wie oft habe ich diese Warnung über mich ergehen lassen… Hauptberuflich bloggen, das ist so unrealistisch wie Filmstar werden. Gut für mich, dass ich auf diese Meinungen nichts gegeben habe und heute sehr gut von meinem „Geblogge“ leben kann. Nur weil man selbst nicht an sich glaubt und in seine Ziele lieber klein hält, sollte man diese Einstellung den anderen um sich herum nicht auch noch aufzwängen – und dann ein gutes Gewissen haben, weil man dem jungen, naiven Mädchen die Augen geöffnet hat…

 

So Leute, das war mal wieder richtig notwendig! Da ich selbstständig arbeite, muss ich täglich all diesen Ärger (und noch viel, viel mehr, glaubt mir) runterschlucken, da nicht viele das verstehen und man sich nicht mit jedem x-beliebigen Nachbarn darüber austauschen kann. Es tut gut, das mit euch zu teilen und ihr wisst ja, dass ich eigentlich kein negativer Mensch bin. Ich nenne die Dinge nur gerne beim Namen und hoffe, dass der ein oder andere von euch sich mit diesem Beitrag identifizieren kann. Damit hätte ich mein Ziel dann schon erreicht 🙂 Bin gespannt auf euer Feedback!

xx Franzi

 

Trenchcoat: Mango
Pullover: Edited
Hose, Boots: Asos
Tasche: Zara

 

Fotos: De Baby <3

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21 Discussion to this post

  1. Sassi sagt:

    Liebe Franzi,
    schon als ich Punkt 1 in deiner Instagramstory gelesen habe musste ich diesen Beitrag lesen 😀 Ach wie ich alle die Sätze liebe, wobei Punkt 1 definitiv zu meinen Favoriten gehört 😀
    Besonders gerne mache ich gratis „Test-Kooperationen“, bei denen dann beim nächsten Mal Bezahlung versprochen wird. Wann dieses nächste Mal sein wird? You never Know.
    Auch das gute alte Argument „Werbung nur aus liebe zum Produkte “ ist immer wieder der Knaller 😀
    Danke für diesen Beitrag <3
    Hab einen wundervollen Tag <3
    Liebste Grüße,
    Sassi

    • Franziska Elea sagt:

      Hahaha jaja der Test-Run. Man sollte mal bei der VOGUE nachfragen, wie es denn mit nem „Test“ aussieht, ob das dort wohl auch so üblich ist? 😀

    • Esra sagt:

      Ja, das berühmte nächste Mal wird im nächsten Leben stattfinden, ist doch klar :DDD
      lg
      Esra

      http://nachgesternistvormorgen.de/

      • Franziska Elea sagt:

        Ja ganz ehrlich – es ist auch einfach nicht meine Aufgabe zu garantieren, dass durch meinen Post 100 neue Sales entstehen.. Da steckt so viel mehr dahinter und wenn das jemand nicht versteht, hab ich schon gar keine Lust mehr, mit der Brand zu arbeiten :/ So als wäre der Content, den wir kreieren, überhaupt nichts wert – nur die direkten Verkäufe (btw welches Magazin oder welcher Fernsehsender kreiert nachvollziehbare Sales durch einen Rabattcode?!)…

  2. Saskia Alexa sagt:

    Mich würde interessieren, ob du dir die Arbeit dann echt nochmal macht, wenn der Kunde mit dem Bild nicht zufrieden ist, weil ihm z.B. der Hintergrund nicht gefällt.

    • Franziska Elea sagt:

      In der Regel bleibe ich hart oder verlange eine Aufwandsentschädigung. Wenn ich wirklich einen Fehler gemacht habe, mache ich es auf jeden Fall nochmal, ansonsten nicht. Sonst würde ich mich meiner Zeit überhaupt nicht mehr hinkommen 😀

  3. Marie sagt:

    Ach ich finde diese Art von Posts von dir super!
    Man muss sowas ja auch einfach mal gesagt bekommen, damit man deinen Job nachvollziehen kann. Schließlich gibt es keine offizielle Job-Bezeichnung 😄

    Liebst, Marie

    • Franziska Elea sagt:

      Das freut mich! Ich bemühe mich immer, euch einen möglichst realistischen Einblick in das Ganze zu geben. Schön, wenn das geschätzt wird :***

  4. Emi sagt:

    Liebe Franzi,
    was für ein toller Post! Musste wirklich schmunzeln – habe mich so oft wieder entdeckt! 😂

    Liebste Grüße
    Emi von Fashioneimi.com

  5. Esra sagt:

    Hahahahah ich schlafe auch den ganzen Tag! Immer :DDDDDD
    Sehr lustiger Post 😀
    lg
    Esra

    http://nachgesternistvormorgen.de/thoughts-ueber-das-aelter-werden-und-spatzen-in-der-hand/

  6. Eve sagt:

    Liebe Franzi,

    dass ich diesen Look liebe, habe ich dir ja schon gesagt! Einfach wunderbar. 🙂
    Und ja, diese Start-up-Nummer nervt wirklich wahnsinnig. Nr. 8 finde ich auch zum Wegschmeißen. Leider glauben das aber wirklich viele Leute. Schlimm.

    Hab einen schönen Wochenstart
    Eve von http://www.eveblogazine.com

  7. Daniela sagt:

    Das mit den Fotos ist ja mal der Knaller. Man arbeitet doch mit Bloggern zusammen, eben DAMIT sie ihre ganze Authentizität da rein stecken und weil man eben ihre Sprache mag, sowohl das Wording als auch die Bildsprache. Ich arbeite hauptberuflich als Mediengestalterin und mein Blog ist zwar mein Baby aber eben nur neben den 40 Stunden pro Woche und ich find so ein Verhalten mehr als unprofessionell. Es geht doch nicht nur um die Followerzahlen, sondern vor allem um den ganzen Rest.

    Liebst Daniela
    von http://cocoquestion.de

  8. Benita sagt:

    Franzi, der Post ist großartig geworden! Er hat mich von Anfang bis Ende gefesselt und bei Punkt 3 musste ich echt richtig lachen, als ich deine Antwort darauf gelesen habe 😀 herrlich! Hab einen schönen Tag 🙂 Liebe Grüße, Benita

  9. Sehr ehrlicher Beitrag! Ich denke, du sprichst damit vielen Bloggern aus der Seele!
    Ich zumindest kenne die meisten dieser Sätze auch und kann sie nicht mehr hören 😉
    Viele Grüße
    Susi

  10. Julia sagt:

    Liebe Franziska,

    das ist ein so schön ehrlicher Post und ich glaube jeder Blogger, egal ob groß oder klein, hat mindestens schon einmal einen dieser Sätze gehört und sich darüber geärgert.
    Ich jedenfalls kenne diese Sätze ganz gut 😉
    Viele Grüße
    Julia

  11. Marie sagt:

    Ein wirklich gut geschriebener Beitrag! Ich verstehe deine Gedanken zu diesen Fragen vollkommen.
    Dein Outfit übrigens gefällt mir mega gut, besonders die Tasche ! Rot ist die beste Farbe für den Herbst. 🙂
    Ich hoffe du hattest einen guten Start in die Woche.
    Liebste Grüße

    Marie
    http://www.whatiwearinlondon.com

  12. Christiane sagt:

    Hach Franzi, ich mag deinen BLOG so sehr. Du bist einfach so authentisch für mich und sprichst auch mal die nicht so schönen Sachen an.
    Alles Gute weiterhin, Christiaaaane

  13. Rebecca sagt:

    Meine Liebe, das ist wirklich ein ganz wundervoller Beitrag, der den Nagel auf den Kopf trifft.
    Diese Anfragen nerven, ich meine, wer arbeitet gerne umsonst? Und mit Beautyprodukten und Kleidern kann leider niemand seine Miete zahlen.
    Ich finde es einfach tröstliche, dass ich nicht die Einzige bin, die genau diese 10 Sätze alle schon einmal gehört hat!

    xo Rebecca
    https://pineapplesandpumps.com/

  14. Liebe Franzi!

    Ich kann sooo gut nachvollziehen, dass dich diese Dinge nerven!
    Ich blogge zwar noch nicht soo lange, aber habe auch schon viele dieser Sätze gehört, und obwohl ich nicht vor habe das Vollzeit zu machen bewundere ich jeden der es schafft aus seinem Blog ein tolles Unternehmen zu machen.
    Vorallem der Satz „Wir sind ein Start-Up“ scheint sehr häufig zu sein und wird oft anscheinend als Ausrede genommen, wenn Firmen Blogger nicht bezahlen möchten. Anscheinend haben Firmen teilweise noch nicht verstanden wie sinnvoll die Zusammenarbeit mit Bloggern (vorallem mit einer Reichweite wie deiner) sein kann.

    Liebe Grüße,
    Nina

  15. Melanie sagt:

    Toller Post. Ich kann gut verstehen, dass dich diese Sachen nerven. Mach weiter so und bleib wie du bist. 🙂

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