Volkssport Reisen: WER kann sich das leisten???

Back to Munich, back to work, back to normal. Die Tage in Sevilla waren großartig. Man hat förmlich gespürt, dass man in Spanien ist, der Flamenco war überall, das Flair romantisch-verträumt und die Menschen gelassen – ein bisschen zu gelassen, wenn man mich fragt.
Schon immer habe ich Menschen beneidet, die viel rumgekommen sind. Für mich hat es sich so angefühlt, als hätten sie mir in irgend einer Weise voraus, als hätten sie Facetten von der Welt gesehen, die mir für immer verborgen blieben. Ich habe zu ihnen aufgeschaut, weil ihr Horizont weiter war als meiner und hatte selbst nie die Gelegenheit, das aufzuholen.
Mal ehrlich: Wer hat schon das Geld um mal hier mal da einen Ausflug nach Sevilla oder New York zu machen? Die meisten Leute, die ich aus meiner Vergangenheit in der Kleinstadt kenne, sparen lange auf eine Reise hin und erleben diese dann als Highlight des Jahres. Ich will nicht, dass mein Highlight sich auf ein paar Tage im Jahr beschränkt, ich will, dass jeder Tag ein Highlight ist. Dafür arbeite ich täglich sehr, sehr hart.
Natürlich weiß ich, dass ich zu meiner Zufriedenheit selbst beitragen kann und alle Besserwisser werden mir jetzt sagen, dass das Glück in den kleinen Dingen zu finden ist. Dem stimme ich nur bedingt zu. Klar macht mich auch ein schönes Abendessen in München glücklich, aber es gibt in meinem heutigen Umfeld eine ganze menge Leute, die entschieden haben, sich damit nicht zu begnügen und bei denen es funktioniert.

In München haben die Leute einfach mehr Geld, da man zu 2. oder 3. unter 1200€ MIETE schlicht und ergreifend gar nicht leben kann. In Rheinland-Pfalz hingegen reicht das für ein Haus und die Verpflegung einer 4-köpfigen Familie!
 Da könnt ihr euch ungefähr ausrechnen, was man in München verdienen muss, um nur am Existenzminimum leben zu können.
Meine Eltern haben mir immer gepredigt, dass ich mit dem zufrieden sein muss, was ich habe. Solche Aussagen einfach so hinzunehmen ist, wie ich finde, eine der größten Schwächen eines jeden Menschen.
Klar, es ist leichter sich zu denken „ich habe nun mal kein Geld und so toll ist Reisen nun auch wieder nicht“ als sich einzugestehen „verdammt, ich würde das auch gerne machen und kann es mir aber einfach nicht leisten“.
Die Welt ist einfach nicht gerecht und alleine diesen scheinbar simplen Satz zu akzeptieren kostet eine Menge Kraft, Demut und Charakterstärke. Erst wenn man mit seiner Einstellung dort angelangt ist, hat man die Möglichkeit, voranzukommen und sein Ziel am Ende zu erreichen – so zumindest meine Erfahrung.

 

 

Langer Rede kurzer Sinn: Ich komme NICHT aus einer wohlhabenden Familie und es ist für mich NICHT selbstverständlich, dass ich mittlerweile ein bisschen mehr von der Welt sehen kann.
Was mich schon immer wahnsinnig gemacht hat, waren die Kids, die „Reisen“ als ihr Hobby großgeschrieben haben. „Ja, ich geh halt arbeiten und von dem Geld reise ich dann nach Australien, Thailand, Kuba, Costa Rica usw.“
Ha-Ha. Wenn ich mit 18 sage Reisen gehört zu meinem Alltag, dann habe ich ziemlich sicher einen Daddy, der das finanziert. Vielleicht zahlt er nicht die ganze Reise, aber dann wahrscheinlich die Miete, das Essen oder mal hier mal da einen Flug.
Ich musste von dem Geld, das ich im Einzelhandel verdient habe nämlich meine Miete zahlen – oder besser gesagt einen TEIL DAVON. Der Rest ging von meinem Kredit ab und der Rest vom Kredit für Essen, Bahn fahren, Shampoo, Möbel usw.
Wenn ich am Ende noch 50€ übrig hatte, legte ich sie für das nächste Semesterticket oder eine neue Winterjacke besser mal beiseite. Das mag zunächst etwas neidisch klingen, aber ich weiß nicht, wie ich die Tatsachen benennen soll, ohne dass es sich so anhört 😀
Mein Problem, das ich mit solchen Menschen habe, ist ganz einfach: Man kann doch einfach dazu stehen, dass man von zu Hause unterstützt wird und sich glücklich schätzen, dass es so ist! Dann würde man den anderen nicht das Gefühl vermitteln, dass sie eben mehr Schichten schieben müssen, um das möglich zu machen, denn SO EINFACH IST ES VERDAMMT NOCHMAL NICHT.
Selbst wenn ich als Studentin auf alles verzichtet hätte (Handy, Laptop, Frisör, Winterschuhe), hätte ich wohl mindestens 1 Jahr sparen müssen, um mir lediglich den Flug in die USA leisten zu können. Mit Unterkunft dann ungefähr 2 Jahre und nein, ich hatte nie das neueste iPhone, sondern das gebrauchte meiner Mutter!
Um ehrlich zu sein, musste ich mich schon krumm legen (Arbeit, Kredit, sparen), um meine Fixkosten zu decken; was hätte ich also tun sollen, um regelmäßig zu reisen – unter der Brücke wohnen???
Wenn ich 1 mal alle 6 Monate zum Frisör ging, hat das ein riesiges Loch in mein Budget gefressen und ich hatte schon da ein richtig schlechtes Gewissen, so viel Geld auszugeben. 60€ für schneiden und Strähnen? Mein Papa hat immer den Kopf geschüttelt, dass ich nicht den noch günstigeren Salon für 30€ besuche…

Reisen kostet eine Menge Geld und heute stellen es alle so hin, als wäre es das normalste der Welt jeden Monat einen anderen Kontinent zu besuchen. „Travel“ ist längt zum Volkssport geworden – zumindest wird uns das auf allen sozialen Netzwerken suggeriert.
Total IN sind derzeit auch Schwellenländer, da fühlen wir uns so richtig anti-Mainstream, wie die Entdecker, die den letzten unzivilisierten Winkel Indonesiens erkunden.
London&Paris? Pff, Anfänger… Ich möchte das nicht schlecht reden und ja, ich würde auch gerne bald mal nach Indonesien oder Südamerika reisen. Jedoch möchte ich vorher auf jeden Fall mal New York, LA und Rom sehen und wenn ich schonmal ein paar – zumindest global, kulturell und wirtschaftlich – wichtige Städte durch hab, dann überlege ich mir vielleicht ein etwas exotischeres Ziel. Das mache ich dann aber nicht, weil es gerade „angesagt“ ist, mir gefällt es in Barcelona oder Paris nämlich immer noch sehr gut!

Was ich euch damit sagen will ist, dass ihr auf jeden Fall Träume haben solltet und dass es sich sicher lohnt, auf eine Reise nach Hawaii zu sparen. Trotzdem sollte mal gesagt sein, dass das NICHT selbstverständlich ist und dass die meisten, die kein Geld zum Reisen haben, daran nicht selbst Schuld sind! Klar kann man Prioritäten setzen, auf vieles verzichten usw., aber für den Otto Normaldeutschen reicht es eben selbst dann noch nicht für Kapstadt. Schon gar nicht, wenn man studiert!!
An alle Kids mit wohlhabenden Eltern: Ignoriert diesen Post bitte einfach. An alle anderen: I FEEL YOU!!

Nicht, weil ich neidisch bin, das hat damit wirklich nichts zu tun. Ich gönne es allen, die das machen können, sofern sie ehrlich dazu stehen und einfach sagen: Verdammt, ich habe echt Glück und es tut mir Leid für dich, dass du es nicht hast. Solidarität statt Egoismus – Ganz einfach 😛

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25 Discussion to this post

  1. Guter Post! Es ist wirklich krass, wie selbstverständlich es geworden ist, überall hinzureisen. Ich muss allerdings auch sagen, dass ich, seit ich 20 bin, sehr viel gereist und rumgekommen bin. Allerdings habe ich in Dresden studiert und eine Miete von 200€ gehabt- da konnte ich mir mit Bafög wirklich gut Geld nebenher weglegen, das ich verdient habe. Wenn man unbedingt wegmöchte, ist ja vielleicht auch sowas wie Erasmus eine Möglichkeit, da wird man ja unterstützt. Ich habe auch ein Auslandssemester mit Auslandsbafög finanziert. Ansonsten sind Citytrips in Europa ja noch halbwegs erschwinglich. Aber ich verstehe voll und ganz, was du meinst. Es wird suggeriert, dass man irgendwas falsch macht, wenn man nicht monatlich den Kontinent wechselt. Ohne zu erwähnen, dass gerade die großen influencer alles bezahlt bekommen. Naja. Ich hoffe, du schaffst es bald mal nach NYC oder LA 🙂

    Liebe Grüße,

    Arunika von quarterlife.blog

    • Franziska Elea sagt:

      Kraaaass 200€??? Vllt sollte ich nach Dresden kommen 😀 Klar, ich habe auch schon einen Post darüber geschrieben, dass große Blogger das alles gesponsert bekommen, jedoch ist das bei mir nicht der Fall. Wenn ich mal in Köln oder Berlin bin vielleicht, ja auch mal Barcelona ist schon drin.. Aber die großen Reisen kosten eine Menge Geld, da kommt nicht ständig eine Brand daher und lädt einen nach NY ein :(( AAAAber Max und ich planen NYC Anfang nächsten Jahres und ich werde dann sicher auch noch LA mitnehmen – wahrscheinlich heule ich erst mal vor Glück, wenn ich aus dem Flieger aussteige 😀 😀
      Hab einen schönen Sonntag <33

  2. Julia sagt:

    Ich bin nie so viel gereist, wie als Studentin. Und das, obwohl ich meinen Lebensunterhalt neben dem Studium komplett selbst finanziert habe, da ich Hauseiner alles andere als begüterten Familie stamme, was mich allerdings von klein auf gelehrt hat, hervorragend mit wenig Geld zu wirtschaften. Und wir sind damals auch ohne viel Geld gereist. Rundreise mehrere Wochen durch Skandinavien? Wozu gibt es Zelte. Hostel in London zu teuer? Dann wird einfach die Nacht durchgefeiert oder man schläft auf dem Flughafen. Kabinentickets auf der Überseefähre? Auf dem Deck schlafen ist auch erlaubt. Und wir hatten viel Spaß daran, zu reisen, auch ohne großartiges Budget. Allerdings war auch unser normaler Alltag eher befreit von Luxusartikeln. Frisör, Restaurants, Markenkleidung oder teures Make Up gab es einfach nicht. Eine unglaublich entspannte Zeit, die ich um keinen Preis der Welt missen möchte und die mir persönlich zumindest zeigt, das Geld nicht immer eine Rolle spielen muss.

    Alles Liebe,

    Julia

    • Franziska Elea sagt:

      Respekt, wenn du das geschafft hast, aber ich kann nur nochmal betonen, dass es für mich nicht möglich gewesen wäre. Ich war ganz alleine, konnte nicht eben mal zu meinen Eltern zurück, wenn etwas schief gelaufen ist und Markenkleidung, Frisör, Make Up hatte ich ebenfalls nicht. Irgend eine Sicherheit musst du ja gehabt haben, evtl hast du bei deinen Eltern gewohnt oder auch mal eine Fahrt finanziert bekommen. Bei mir GING es einfach nicht, ich glaube ich habe in dem Beitrag auch detailliert erklärt, warum. Am Flughafen habe ich übrigens auch schon gepennt und das ist beim besten Willen keine Alternative. Mich macht das echt fast sauer, dass du das so hinstellt, sorry absolut nicht böse gemeint 😀 Wieviel hast du bitte im Monat verdient?? Ich konnte neben dem Jura Studium definitiv nicht mehr als 450€ im Monat arbeiten, die ganzen Bücher, das Leben an sich – es ist einfach teuer und wie gesagt, mit 450 war nicht mal meine Miete abgedeckt! Wer hat deine Unimaterialien und die Fahrten bezahlt?? Ich halte das wirklich für heuchlerisch, weil ich weiß, wie hart es ist, wenn man mit allem alleine da steht und alle, die das kennen, stimmen mir da zu :/
      Trotzdem danke für deine Meinung und einen schönen Sonntag!

  3. Ulrike sagt:

    Das ist jammern auf hohem Niveau! Wenn man die Welt sehen will, dann gibt es auch für junge Leute, die kein Geld haben, viele Möglichkeiten. Ich habe z.B. auf ner Fähre gearbeitet zwischen Deutschland und Schweden, als ich 19 war. Das war wie 3 Monate reisen. Dabei hatte ich kaum Ausgaben, weil Kost und Logis inklusive waren. Deshalb hatte ich die Möglichkeit, einen Teil meines Studiums zu finanzieren und auch noch zu reisen. Das vor 45 Jahren! Ich habe auch Schüleraustausch gemacht, Freunde in anderen Ländern besucht. Es gibt heute noch viel mehr Möglichkeiten als ich damals hatte! Aupair, Work and Travel. Wer wirklich die Welt sehen will, findet auch entsprechende Möglichkeiten! Sparen ist nur eined davon…
    LG
    Ulrike

    • Franziska Elea sagt:

      Das sehe ich wirklich nicht so… Ich musste hier studieren und hätte mir nicht einfach 1 Jahr freinehmen können um zu reisen. Ich komme aus einer kleinen Stadt und musste mich in München erst einmal zurechtfinden. Hier findet man nicht einfach so eine Wohnung, die man dann gerade so mal wieder aufgeben kann. Vor 45 Jahren war das sicherlich noch anders aber ja, klar hätte ich jahrelang sparen und Au Pair Angebote in Anspruch nehmen können, aber wann?? Selbst Au Pair kostet eine Menge Geld, ich hatte mich dafür nämlich beworben und den höchsten Kontostand, den ich jemals zu verzeichnen hatte, waren vllt 400€. Damit geht auch nix als Au Pair und nix in Sachen Work&Travel. Heutzutage wird erwartet, dass du nach dem Abi studieren gehst, was anderes kam für mich gar nicht in Frage, das ich es zu Hause nicht ausgehalten habe. So war es bei mir zumindest..

      Schönen Sonntag wünsche ich dir 🙂

    • Diana sagt:

      Die Zeit vor 45 Jahren mit dem Jahre 2017 zu vergleichen ist leider etwas unpassend. Die Zeiten und auch die Kosten haben sich stark geändert. Ich kann durchaus verstehen, welche Problematik Franzi hier anspricht. München ist inzwischen so überteuert, dass sehr viele Leute nach aussserhalb ziehen. Als Student zahlt man für ein kleines Zimmerchen ein Vermögen und auch die Lebensunterhaltskosten sind nicht ohne. Jemand der komplett auf sich allein gestellt ist, kann nicht einfach in den Urlaub fahren. Das ist Fakt! Manche Familien sparen 2 Jahre auf einen 2 Wöchigen Urlaub. Natürlich gehen fast alle Studenten arbeiten. Es macht aber schon einen Unterschied, ob man alles selber zahlen muss oder ob Mama und Papa die Miete zahlen oder für den Handyvertrag und die Lebensmittel aufkommen.

      Liebe Grüße
      Diana

  4. Janina sagt:

    Hallo Franziska! Ich liebe es einfach wie du deine Beiträge schreibst! Und ich liebe Reisen, somit hat mich der Post wiedermal total angesprochen. Das Reisen ist für mich längst zur Sucht geworden, besonders Fernreisen. Aber wie du schon sagst, reisen ist teuer und manchmal haben eben andere Sachen Priorität 🙁 Ich freue mich schon auf meine Reisen 2018, welche noch nicht feststehen, habe aber meinem Freund versprochen, dass ich es nächstes Jahr günstiger halten werden. Also werden wir wahrscheinlich nur in Europa reisen, aber hey, hauptsache Urlaub. Mein Traumziel ist übrigens Südostasien und ich habe mir vorgenommen, bevor ich 30 bin, dorthin zu reisen.

    Ich freue mich schon auf deine nächsten Artikel!

    Liebe Grüße

    Janina ❤

    http://www.janinaloves.com/

  5. Patty sagt:

    Endlich mal wieder ein Beitrag den ich mir von vorne bis hinten durchgelesen habe & der wirklich super interessant war.
    Ich finde es total interessant was du geschrieben hast & kann total verstehen, dass es schwer ist viele Dinge komplett allein zu stemmen.
    Glücklicherweise hatte ich das Glück das meine Eltern mich in vielen Dingen unterstützt haben und ich mir somit viel mehr als andere finanzieren konnte.
    Meine Reisen habe ich schon immer komplett selbst bezahlt aber das liegt auch nur daran das ich neben meiner Ausbildung noch einen Aushilfsjob habe und durch den Blog auch einiges zur Seite legen kann. Ich bin ein absoluter Sparfuchs und versuche immer so viel Geld wie möglich zu sparen um mir davon etwas besonderes zu gönnen. Manchmal kommt es meiner Meinung nach auch darauf an, wo menschen ihre Prioritäten setzen. Ich reise zum Beispiel sehr gerne und kaufe mir wirklich selten neue Klamotten oder gehe ständig in der Mittagspause zum Bäcker nebenan. Andere wiederum investieren ihr Geld hauptsächlich in teure Designersachen und reisen dafür weniger. Natürlich gibt es auch Menschen die beides haben, aber wie du schon sagst in unserem Alter sind das meist die Leute die eben Unterstützung bekommen 🙂

    Liebe Grüße
    Measlychocolate by Patty
    Measlychocolate now also on Facebook

  6. Enni sagt:

    Es muss nicht immer die teuren Reiseziele sein, oder? 🙂 Ich habe im Sommer einen Urlaub in Budapest gemacht, es war richtig richtig toll dort und ich konnte mir die Reise als Werkstudent auch ganz locker leisten. Na klar ist eine Reise nach Hawaii als reiner Student etwas unrealistisch, aber ich finde Träume zu haben ist wirklich wichtig und für diesen Traum hart zu kämpfen noch wichtiger! Auch wenn die Reise als Student nicht klappt, heißt es nicht dass der Traum nie in Erfüllung gehen wird 🙂 Ich finde es aber null schlimm, wenn die Eltern einen finanziell unterstützen, denn wenn ich eines Tages Papa werde, würde ich meine Kinder ganz bestimmt genauso unterstützen, wie ich von meinen Eltern nicht nur finanziell unterstützt werde! Sind nur meine losen Gedanken zu dem Thema haha, ich find es mutig von dir so ein umstrittenes Thema wie Geld anzusprechen! Ganz liebe Grüße aus Berliin!

    • Franziska Elea sagt:

      Ähm ja, es ist selbstverständlich, dass man von seinen Eltern unterstützt wird, es hat auch keiner etwas anderes behauptet? 😀 Nur bekommen eben nicht alle die Unterstützung, die sie brauchen.
      Eins würde ich gerne wissen. Wie macht ihr das alle, wenn ihr auf 450€ Basis arbeitet, damit eure Miete, euer Shampoo, euer Essen, euren Frisör, euer Bahnticket und einfach euer ganzes Leben bezahlen müsst?? Wie zur Hölle bleibt euch da noch was übrig um auch nur eine Reise für 100€ zu machen?? Kann mir das mal einer erklären?

      • Enni sagt:

        Haha, gute Frage, habe ich noch nie drüber nachgedacht. 450 Euro ist nicht so das exakte monatliche Einkommen von mir, aber ich komme irgendwie mehr als normal gut klar.. Am Ende des Monats schaue ich auf mein Bankkonto und merke es wird immer mehr und mehr, obwohl ich nie bewusst spare 😀 Ich bin persönlich mega glücklich und weiß es unglaublich zu schätzen, dass ich noch nie Geldsorgen hatte, obwohl ich kein Influencer oder auch (noch) kein Jung-Unternehmer bin, bloß ein Normalo mit Ideen im Kopf und viel Fleiß und Ehrgeiz. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass ich nicht ewig als Werkstudent arbeiten und geringfügig verdienen werde 🙂 Ich glaube meine losen Gedanken passen nicht exakt zu deiner Frage haha, aber das wollt ich unbedingt mal loswerden!

  7. Vanessa sagt:

    So ganz kann ich deinen Post nicht nachvollziehen. Wie einige schon gesagt haben, heißt es: Prioritäten setzen. Wenn du dafür kein Geld hast, dann einfach weil es dir nicht SO wichtig ist. Wenn es dir wirklich wichtig gewesen wäre hättest du dein ganzes Leben danach gestaltet, aber wie du schon sagst: du willst nicht nur ein paar Tage oder Wochen schön verbringen, sondern jeden Tag. Es gibt Menschen die da anders sind, die sich auch mit wenig Geld große Reisen zusammen sparen, in keiner Großstadt leben, sich nicht jährlich neue Kleidung kaufen, vielleicht nicht studieren, sondern arbeiten und mit dem Ersparten + 2 Mal Urlaubsgeld, Fernreisen machen. Ich sage nicht dass deine Einstellung schlecht oder falsch ist, aber du betrachtest das nur von einer Seite. Ich mache 2 Fernreisen und 2 Europareisen jährlich, und verdiene auch nicht die Welt. Unterstützt werde ich übrigens auch nicht. Wenn man günstig reisen will, steckt viel Planung dahinter. Nicht einfach ein X beliebiges 5 Sterne Hotel, sondern eine kleine Airbnb Unterkunft. Achja und ich reise auch gerne in exotische Länder aber keineswegs weil diese beliebt sind, sondern weil mich die Landschaften mehr als die Menschen und Städte interessieren. Frag mich was daran jetzt faalsch sein soll???

    • Franziska Elea sagt:

      Mann es ist so frustrierend, wenn Leute einem das Wort im Mund umdrehen! Ich meine das wieder nicht böse, aber nichts von dem, was du sagst, passt zu meinem Text :/ Du hast ihn echt absolut missverstanden, weshalb es für mich keine Sinn macht, mich da irgendwie zu rechtfertigen. Wirklich nichts von dem was du mir „vorwirfst“, habe ich so gesagt oder gemeint, ich verzweifle manchmal echt hier 😀
      Anscheinend weißt du nicht, wie es ist, wenn man sich NICHTS leisten kann. Von NICHTS kann man auch NICHTS sparen, ich dachte das hätte ich in diesem Beitrag deutlich gemacht. Soll ich auf der Straße leben, um zu reisen?? Wo ist da die Verhältnismäßigkeit??… Manche, die nie wirklich kämpfen mussten, verstehen anscheinend absolut nicht, wie das ist und dass andere tatsächlich am Minimum leben…
      Was offenbar auch nicht deutlich geworden ist: Früher konnte ich nicht reisen, null gar nicht. Heute hat sich das GEÄNDERT, weil ich einen Job habe und gut damit verdiene. Trotzdem nehme ich kleine Airbnbs und reise mit Billigfluglinien, ich verstehe diesen ganzen Kommentar nicht so recht…

      Ich wünsche dir trotzdem einen schönen Abend und sende liebe Grüße,
      Franzi

  8. Julia sagt:

    Liebe Franzi, mal wieder ein toller Post wie ich finde, der zum Nachdenken anregt. Super!
    Auch ich kann deine Argumentation jedoch teilweise nicht ganz nachvollziehen. Klar hat man als Student nicht viel Geld, vor allem wenn man von den Eltern nicht unterstützt wird. Jedoch hast du dir dies auch so ausgesucht. Jura muss man nicht in München studieren, in einer Stadt, in der die Mieten so hoch sind wie sonst fast nirgendwo in Deutschland. Auch kann man als Student mehr als nur einen 450€-Job nebenher betreiben. Dann nuss man beim Studium eben ein bisschen kürzer treten. Es gibt viele Wege, man muss nur wollen!
    Es ist aber schön, dass sich das bei dir alles zum Positiven gewendet hat und du dein Leben jetzt in vollen Zügen genießen kannst.
    Liebe Grüße, Julia

    PS: Auch in der Kleinstadt kann man nicht mit 1200€ eine ganze Familie ernähren. 😉

    • Franziska Elea sagt:

      Wie gesagt, für mich gab es wirklich keine Alternative, die Leute, die ich hier kannte, haben mich hierhin gezogen und ich hatte nirgends sonst eine Verbindung. Wenn man Jura studiert ist es schon eine echte Herausforderung 16 Stunden die Woche zu arbeiten, ist wirklich so 😀

      Wegen den 1200: Naja viele Familien müssen wohl davon leben, wenn man sich die Gehälter im Überblick anschaut. Aber das war eher ein Stilmittel bzw so dahergesagt, geprüft habe ich das natürlich nicht 😀 😉

  9. Eve sagt:

    Liebe Franzi,

    ich kann sehr gut verstehen, was du meinst. Die Entlastung durch Eltern oder Partner erleichtert einem das Leben schon ungemein oder ermöglicht eben bestimmte Dinge. Das kann ich total unterschreiben. Ich hatte auch dieses Glück, unterstützt zu werden, was aber nicht bedeutet, dass ich nicht dennoch Schulden durch mein Studium hätte, obwohl ich immer Teilzeit manchmal sogar Vollzeit gearbeitet habe, denn das Leben in einer Großstadt ist einfach teuer, das unterschätzen einfach viele. Und ich wollte eben auch reisen und mal ausgehen, mir Bücher, Klamotten kaufen usw. Mein damaliger Mitbewohner hatte keinerlei Unterstützung und musste alles selbst bezahlen, gereist ist er wirklich nie, das war einfach nicht drin. Und auch ich hätte wahrscheinlich nichts von alledem machen können, wenn ich keine Unterstützung gehabt hätte. Dafür bin ich auch echt dankbar und ich bewundere einfach jeden, der das alles alleine wuppt. 🙂

    Liebst
    Eve von http://www.eveblogazine.com

    • Franziska Elea sagt:

      Danke für diesen Kommentar, genau das meine ich! Beim besten Willen sollte sich keiner dafür rechtfertigen, dass er/sie unterstützt wird, das ist eigentlich völlig normal. Alleine dass man sich verschuldet während des Studiums ist einfach sooooo kacke! Der Kredit hat mir so im Rücken gesessen, bei allem was ich getan und bezahlt habe, ich konnte immer nur daran denken, dass ich einen Batzen Schulden habe und mir jetzt eigentlich nicht mal ein Eis kaufen sollte 😀 Echt beschissen diese Situation, ich wünsche es keinem :/ :***

  10. Liebe Franzi!
    Du sprichst mir aus der Seele!
    Ich bin eine Person die unglaublich gerne reist, jedoch kommt es mir oft vor als ob ich im Vergelich zu anderen sehr wenig reisen würde, was heuer aber nicht der Fall war. Ich verurteile niemanden der es sich leisten kann jedes Monat mal wegzufliegen, natürlich würde ich das auch gerne, aber als Studentin ist das bei mir finanziell und aber auch zeitlich (Prüfungen, Lernen, etc.) einfach nicht möglich. Aber genau deshalb versuche ich jeden Tag mein bestes zu geben um mein Studium abzuschließen um danach etwas tun zu können was ich mag und mir als Bonus danach öfters Reisen leisten zu können. Ich kann es überhaupt nicht leiden wenn Leute meinen, dass es ja wohl dazugehört viel zu reisen, denn es kann sich nunmal nicht jeder leisten und diese Menschen sollten sich einfach glücklioch schätzen dass sie es sich leisten können und dabei nicht über andere urteilen.
    Wirklich gelungener Blogpost.
    Liebe Grüße,
    Nina

  11. Lisa sagt:

    Liebe Franzi,

    Wirklich ein toller Post! Ich studiere und wohne auch in München, kann deinen Standpunkt deshalb zu 100% nachvollziehen und vertreten. Ich arbeite auch schon immer nebenbei, aber halt um Wohnung und Lebenshaltungskosten decken zu können. Ich denke für alle die nicht in München leben ist das unverständlich, aber hier geht es einfach anders zu als anderswo und es laufen eine Menge reicher Leute rum, die es sich leisten können ständig überallhin fliegen zu können. Das macht es nur umso beeindruckender, was du dir aufgebaut hast und dich deinem Traum jeden Tag ein Stückchen näher bringt! Ich bin ein großer Fan, bleib so wie du bist! :*

    Liebe Grüße,
    Lisa

  12. Minna sagt:

    Ich glaube durch Instagram und Co. ist der Blick vieler auf die Realität vernebelt. Ich finde es gut dass Du noch ein Gefühl dafür hast was wichtig und was unwichtiger ist und wohnen, essen, Haare waschen ist nunmal das was gesichert sein muss und ich frage mich auch immer wenn ich die ganzen Blogs lese und die jungen Mädels in Münchens Innenstadt sehe: woher habe die nur immer das ganze Geld. Ich neide es Ihnen nicht, aber ich glaube den wenigsten dass sie es sich selber erarbeitet haben. Reisen ist schön, aber nicht selbstverständlich und nicht notwendig. Wenn man sich mal ausserhalb vom Web mit Menschen unterhält stellt man fest dass es einige auch so sehen und das was wir im Internet wahrnehmen doch nicht den großen Teil der Gesellschaft widerspiegelt. Träume und Ziele auf die man hinarbeiten kann sind gut, aber wenn es dann doch anders wird sollte man sich nicht entmutigen lassen und sein Leben trotzdem genießen können und Zufriedenheit ist ein großes Gut.

  13. Anna sagt:

    Ein super interessanter Post. Mit welcher Selbstverständlichkeit die ganz großen Instagramer mittlerweile heute einen Tag da und morgen wieder woanders sind finde ich mittlerweile auch ziemlich heftig. Sicher ist es cool für sie (wobei es in dem Maß sicher auch teilweise mega anstrengend ist), andererseits finde ich es etwas problematisch da es Jüngeren einfach ein falsches Bild vermittelt. Klar kann man sich auf jeden Fall mehr als einen Urlaub im Jahr leisten wenn man hart arbeitet und darauf spart aber das ganze Jahr nur unterwegs zu sein ist mit einem normalen Job einfach unmöglich. Also ein super Blogpost von dir 🙂 xxx

  14. Betty sagt:

    Hey Franziska,
    ich hab vorhin deine Youtube Reihe „Wie werde ich Blogger“ entdeckt und mir die Videos angesehen. Echt gut gemacht. Ich habe zwar mittlerweile einen „fertigen“ Blog und mich die letzten Monate durch diesen „Anfänger-Wirr-Warr“ gekämpft, aber es ist trotzdem toll die Infos zu bekommen und wieder Ideen zu sammeln.

    Dann habe ich mich weiter auf deinen Blog geklickt und diesen Artikel gelesen. Ich hab echt soooo lachen müssen 😀 Du hast ja so recht mit dem was du schreibst…
    Ich muss dazu sagen, ich bin jetzt 27 und habe nicht studiert, sondern arbeite jetzt schon seit 8 Jahren und habe ich mittlerweile das Glück gut zu verdienen und mir tolle Reisen leisten zu können von denen andere Leute nur träumen. Ich muss aber auch sagen, dass ich wirklich viele Leute kenne, die wenn sie es richtig angehen würden und so viel Energie und Zeit wie ich in eine „billige“ Reiseplanung stecken würden anstatt sich nur zu beschweren das sie sich nichts leisten können und immer nur negativ denken, dann würde das sicher auch vielen anderen gelingen. Ich komme selbst aus keinem reichen Elternhaus und hab mir jeden Euro selbst verdient den ich ausgebe und auch mein Konto ist nicht immer im Plus (haha :D), aber ich konzentriere mich so stark auf meine Ziele und Wünsche, dass mir früher oder später immer irgendein Weg einfällt wie ich bekomme was ich haben möchte und mir die tollen Dinge irgendwann leisten kann. #alwaysthinkpositive

    Ich finde dein Beitrag ist richtig inspirierend und erfrischend wahr… mach weiter so! Dein Schreibstil ist echt toll!
    Liebe Grüße aus Oberösterreich und ich hoffe du kommst bald nach New York! 🙂
    Betty von http://www.everydaybetty.at/de

  15. Jennifer sagt:

    Hey
    Toller Blog.
    Finde es mittlerweile noch ziemlich schön, mal einen Blog zu finden wo man auch bisschen Persönlichkeit finden kann 🙂

    LG

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