Studium mit Hund: Mein Fazit

Ich habe mir Hazel nicht zugelegt, weil ich Hunde so süß finde. Dass das objektiv betrachtet keine gute Idee ist, war mir in jeder Sekunde bewusst und umso wütender machten mich die Beschwichtigungen derer, die versuchten mir dabei „ins Gewissen zu reden“. Schließlich bringt so ein Vierbeiner auch eine Verantwortung mit sich und ich muss auch mit ihm Gassi gehen, wenn es regnet. Ach. Wirklich?
Auf meine persönlichen Gründe möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen, jedenfalls waren sie triftig.

Jetzt, 2 Jahre später, kann ich besser beurteilen, ob es eine hilfreiche oder eher lebensmüde Entscheidung war, mir während des Studiums alleine einen  Hund zuzulegen. Da ich von euch schon des öfteren danach gefragt wurde, hier sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte des Studentenlebens mit Fellnase:

Kontra:

Ja, es ist stressig und nein, ich mache nicht jeden Abend Luftsprünge, wenn ich in Schlafsachen und mit einer fetten Erkältung nochmal das warme Haus verlassen muss. Jeden 2. Tag nervt es mich total, dass sie, wenn ich sowieso schon gestresst durch die Stadt hetze, pausenlos an der Leine zerrt und jedem vorbeilaufenden Hund hinterherrennen will. Wenn ich mal verreisen möchte, muss ich mir jemanden suchen, der auf sie aufpasst und meine Wohnung kann ich noch so gründlich putzen, ich habe IMMER Hundehaare im Bett, an der Kleidung und generell: Überall.
Auch in der Uni macht sie nicht immer was sie soll, ja manchmal läuft sie die ganze Zeit um meinen Stuhl herum und verheddert sich dabei 20 mal in der Leine. Es kam auch schon vor, dass ich vom Sicherheitsdienst der LMU rausgeworfen wurde, weil Hunde dort eigentlich verboten sind. Gott sei Dank gibt es noch einen Hintereingang! Hazel darf außerdem weder in die Bäckerei noch in den Supermarkt, da muss ich also immer nochmal extra los, wenn ich sie nicht draußen anbinden will, was ich wirklich ungern mache, denn dann beeile ich mich immer total und vergesse die Hälfte meiner imaginären Einkaufsliste. Sie ist sehr lebhaft und immer, wenn mich jemand besuchen kommt, rennt sie wie eine Verrückte durch die Wohnung und bettelt um Aufmerksamkeit. Darauf, dass ich manchmal einfach meine Ruhe brauche, nimmt sie keine Rücksicht. Das kann ganz schön nerven.

 

Pro:

Dank Hazel bin ich nie alleine. Sie ist immer für mich da und zeigt mir jeden Tag, dass sie mich bedingungslos liebt. Am liebsten würde sie Tag und Nacht mit mir kuscheln und es kommt nie vor, dass sie sich nicht freut, wenn ich ihr meine Zeit widme. In ihrem Gesicht sieht man klar und deutlich, dass sie vor Glück fast platzt, wenn ich mich mit ihr beschäftige. Täglich bringt sie mich mit ihren Kulleraugen und den viel zu großen Ohren zum Dahinschmelzen und sie war auch in den dunkelsten Zeiten für mich da, als es sonst niemand war. Die Kosten, die sie mir monatlich verursacht, liegen höchstens bei 20€, ich hatte anfangs mit viel mehr gerechnet. Seitdem ich Hazel habe, war mir nicht eine Sekunde langweilig. Ich kann sie bürsten, ihr Kunststückchen beibringen, schöne Jäckchen für sie kaufen, ihr die Zähne putzen oder sie baden wenn mir danach ist. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen seltsam, aber ich liebe es, wenn sie mein Gesicht ableckt, ich sehe das einfach als Küsschen geben 😀
Wenn man mich fragt, riecht Hazel total gut und ich verstecke manchmal gerne mein Gesicht in ihrem seidigen und zugleich fluffigen Fell. Wenn wir bei meinem Papa zu Besuch sind und ich das Haus verlasse, wartet sie manchmal ganz alleine unten vor der Tür auf dem Fußabstreifer auf mich und manchmal, wenn Freunde mit ihr Gassi gehen, will sie ganz schnell wieder zurück in die Wohnung, wo ich auf sie warte. Sie geht auch gerne mit mir shoppen und möchte natürlich mit in die Umkleide, um mich zu „beraten“. Wenn ich sie mal länger alleine lasse, schmollt sie richtig und zeigt mir deutlich, dass sie traurig ist und mich vermisst hat. Auch wenn sie noch so tief schläft, sobald ich mich bewege, ist sie hellwach; ihr Blick haftet an mir und ich sehe, wie sehr sie hofft, dass ich nicht weggehe oder sie mitnehme.

 

Fazit:

Die Liebe, die ich jeden Tag von meinem Hund bekomme, ist für mich mit keinem Geld der Welt zu bezahlen. Das wusste ich schon bevor ich sie bei mir hatte und ich habe mich bewusst dafür entschieden, diesen Preis in Kauf zu nehmen. Ein Mensch kann und soll sich niemals so für einen anderen Menschen aufopfern, aber der Hund tut es, ohne zu fragen und das bewundere ich. Jeder muss für sich selbst wissen, wie sehr er ein Tier an seiner Seite braucht und was er bereit ist, dafür zu geben. Im Nachhinein kann ich also sagen, dass es nicht die klügste Entscheidung meines Leben war, aber eine gute.  Wenn ich heute nochmal wählen könnte, würde ich wieder Kontakt zu Happy Tails in Brasov aufnehmen und mir genau dort nochmal genau diesen Hund aussuchen 🙂

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xx Franzi

P.S.: Ich habe sogar mal ein YouTube Video zu diesem Thema und meiner Tierschutzorganisation veröffentlicht. Einfach hier klicken 😉

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4 Discussion to this post

  1. Carolin sagt:

    Wunderschöner Blogpost! Ich kann mir gut vorstellen, dass studieren mit Hund ganz schön anstrengend ist. Gerade im Winter ist Gassi gehen wahrscheinlich aiuch nicht immer so angenehm. Aber wenn die Kleine dich mit Kulleraugen ansieht ist das wahrscheinlich alles vergessen 🙂

    Liebe Grüße

    http://nilooorac.com/

  2. Alexandra sagt:

    Ich kann 100% verstehen warum du es getan hast! Ich wohne noch zuhause und wir haben schon seit zwei Jahren einen „Familienhund“ aus Brasov. Vor circa einem Jahr habe ich mir überlegt, dass ich noch einen zweiten Hund haben möchte. Ich habe Marta als Welpen bekommen, sie kommt auch aus Brasov und ich liebe sie unglaublich. Sie ist nicht einfach, aber es ist den ganzen Uni und Arbeitsstress wert wenn sie einen dann mit ihren treuen Augen anguckt.
    Vielleicht magst du ja mal für Fotos auf meinem Blog oder Instagram vorbeischauen. 🙂

    Alles Liebe
    Alexandra von http://www.livinglikegolightly.com

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