Was mich am Studieren hindert

Am Mittwoch morgen hatte ich einen Termin bei einer neuen Ärztin und erzählte ihr, dass ich nun seit gut 4 Monaten krank bin. Ich sagte, dass ich einfach keine Energie habe, mich 2 Stunden erholen muss, wenn ich kurz mit dem Hund Gassi war und dass ich nach einem stressigen Tag wieder 1 ganze Woche im Bett liege, weil ich total ausgepowert bin. Selbstverständlich hab ich in den letzten Monaten alles testen und überprüfen lassen: EKG, Blutbild, war beim HNO, habe Antibiotika etc. geschluckt und noch immer ist mein Zustand quasi unverändert.

Ich schilderte ihr, dass ich ziemlich genau seit Unibeginn darunter leide und deshalb das ganze Semester höchstens 10 mal anwesend sein konnte. Als sie daraufhin fragte, ob es vielleicht mit dem Studium zusammenhängen könnte,  fiel ich ihr direkt ins Wort. Natürlich möchte ich Anglistik unbedingt erfolgreich beenden, da ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, mich ohne Abschluss hauptberuflich ins Bloggen zu stürzen; das wäre viel zu riskant!

Sie fragte mich, ob ich denn überhaupt Lust hätte, zu den Vorlesungen zu gehen, da sie aus meinen Erzählungen heraushörte, dass ich eigentlich nur mit meinem Blog beschäftigt bin. Ich dachte darüber nach und mir wurde klar, dass ich eigentlich sowas von überhaupt nicht motiviert bin, Zeit in etwas anderes zu investieren, geschweige denn mich mehrere Stunden wöchentlich in die Uni zu setzen. Mit den Leuten dort kann ich ehrlich gesagt nicht besonders viel anfangen und so gerne ich die Sprache Englisch auch mag – was soll ich mit Phonetik, Linguistik und all dem Kram? Bin ich überhaupt bereit, irgendetwas zu studieren?
Mein Kopf sagt mir, dass ich das unbedingt machen muss und dass kein Weg daran vorbei führt, weil es für meine Zukunft sooooooooooooooo wichtig ist.  Alles in mir sträubt sich dagegen und gleichzeitig sieht mein Verstand keinen anderen Weg. Wenn ich so darüber nachdenke, wird mir eigentlich fast klar, warum ich seit 2 Wochen vor Beginn der Uni nicht mehr richtig auf die Beine komme. Nicht, dass ich simuliere oder mir das einbilde, ganz und gar nicht, die Symptome sind definitiv da!! Aber ich glaube an den psychodynamischen Zusammenhang, wie sie es nannte. Es fiel mir quasi wie Schuppen von den Augen und irgendwie spüre ich, dass das die Wahrheit ist.

Was nun? Natürlich sagen mir alle, dass ich unbedingt einen Abschluss oder eine Ausbildung brauche und wie gesagt, mein Kopf zwingt mich gewissermaßen sogar dazu. Dennoch macht sich bei all den klugen Ratschlägen keiner die Mühe, darüber nachzudenken, ob studieren eigentlich noch das Richtige für mich ist. Kann ich nicht zur Not auch noch in 5 Jahren mit der Uni anfangen? Vielleicht ist jetzt einfach nicht meine Zeit, ich weiß es nicht.
Momentan kann ich sehr gut von meinem Blog leben und investiere wirklich meine komplette Zeit in mein Wachstum und Management. Innerlich schaffe ich es einfach nicht, mich mehrere Stunden am Tag auf etwas anderes zu konzentrieren, weil ich es unbewusst ganz einfach nicht will! Nicht jetzt, wo ich die Chance meines Lebens habe, meinen Traum zu verwirklichen. Wenn ich jetzt nicht dran bleibe, werde ich es nie schaffen.

Warum legen alle immer so viel Wert darauf, was auf irgend einem dämlichen Papier steht? Wie oberflächlich sind die Menschen, nur auf eine vermeintliche niedergeschriebene Qualifikation zu achten? Bin ich für ein Unternehmen mit meinen Erfahrungen, die ich als Journalistin, öffentliche Person, Fotografin, Managerin, Geschäftsfrau, Social Media Managerin usw. gesammelt habe, nicht viel wertvoller als jemand, der sich mit Morphemen auskennt? Ich frage mich, wie lange es noch dauert, bis man sich von dieser engstirnigen Kategorisierung löst und hinter die Fassade der Menschen blickt. Meiner Meinung nach ist das einfach nicht mehr zeitgemäß, wir leben schließlich im 21. Jahrhundert. Die ganze Welt hat sich weiterentwickelt, aber das Bildungssystem ist seit 200 Jahren das gleiche. Keiner fördert die individuellen Talente eines Kindes, aber wir alle haben Ahnung von Stochastik, Gedichtinterpretationen und Neurobiologie. Ja, ich zweifle daran, dass das System das richtige ist, aber gleichzeitig weiß ich, dass ich nun mal hier lebe und mich dem anpassen muss. Muss ich das? Ich weiß es nicht…

 

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36 Discussion to this post

  1. Das ist ein unglaublich toller Beitag ! Mal wieder traumhaft verfasst und ein schönes Bild dazu .
    Ich mag deinen Schreibstil unheimlich gern .
    Wenn ich fragen darf : Woher ist denn der schicke Rock ?
    Hab einen wunderbaren Sonntag . Alles Liebe ,
    Maya von Mug&Milk

    • Franziska Elea sagt:

      Danke Liebes, das freut mich wirklich! In letzter Zeit bin ich persönlich eher unzufrieden mit meinen Texten, da tut es gut das zu hören 😉 Den Rock habe ich jetzt unter dem Bild verlinkt! <33

  2. Kim-Louise sagt:

    Liebe Franzi,
    du hast nur dieses eine Leben und in dem solltest du machen, was DU für richtig hältst und nicht was die Gesellschaft dir vorgibt!
    Wenn du mit dem Bloggen genug verdienst, um zu Leben und dir sowieso nichts anderes durch den Kopf geht, dann lass das Studium doch! Selbst wenn du irgendwann nicht mehr bloggen möchtest, kannst du dann immer noch in einem Unternehmen anfangen und zum Beispiel ins Marketing gehen.
    Triff die Netscheidung, die für dich am besten ist! :*

    Liebe Grüße, Kim-Louise ?

    http://www.kim-louise.com

    • Franziska Elea sagt:

      Ja das ist eben das Problem. Eigentlich bin ich ein Mensch der Sicherheit braucht und auf ein Studium nie verzichten wollte. Vielleicht brauche ich einfach noch ein bisschen Zeit, möchte es jetzt nicht überstürzen… Danke dass du mir Mut machst :**

  3. Eli sagt:

    Liebe Franzi,
    ich kann verstehen, dass dir dein Studium irgendwie kein Spaß macht und du keine Energie dafür verspürst! Das Bloggen läuft bei dir ja auch außerordentlich gut und der Job ist nunmal super spannend und abwechslungsreich. Da ist so ein Studium echt trocken gegen. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass Start Up Werbeagenturen junge Leute mit deiner Erfahrung im Texten, Konzepte entwickeln etc. einstellen würden. Vielleicht gibst du dem Bloggen als Hauptberuf eine Chance? Oder wie wäre es mit einem anderen Studiengang, der dir fürs bloggen direkt auch etwas bringt?

    Ich hoffe du findest einen Weg der dich glücklich macht!
    LG Eli
    http://www.doctorsfashiondiary.com

    • Franziska Elea sagt:

      Das ist eben die Frage… Momentan wird man als Blogger ja eher noch belächelt, große Wirtschaftsmagazine prophezeien jedoch, dass in uns die Zukunft liegt. Die Chancen stehen sehr gut, aber man weiß es eben nicht. Ich denke ich werde in Erwägung ziehen, vielleicht wann anders zu studieren oder warte einfach mal bis ich wieder richtig fit bin und versuche es dann auf jeden Fall nochmal mit Anglistik. Mein Gesundheitszustand war sicherlich auch Schuld an diesem Verlauf 😀 Mal schauen was die Zukunft bringt. Danke dir Maus <33

  4. frannyslife sagt:

    Hey liebe Franzi?? ich gehe momentan noch in die Schule und irgendwie wusste ich schon immer, dass ein Studium nichts für mich ist. In meinem Freundeskreis haben viele noch keine Ahnung was sie nach dem Abi machen wollen, aber alle sind sich sicher, dass sie etwas studieren werden. Jedesmal könnte ich meinen Senf dazugeben, aber leider haben viele kein Geständnis dafür. Hör einfach auf dein Herz ?

    • Franziska Elea sagt:

      Hahaha ich kann dich echt total gut verstehen! Sobald man etwas anderes machen möchte, wird man eher belächelt oder als „Träumer“ abgestempelt. Da ist es oft sinnvoller, sich seinen Teil zu denken und die Klappe zu halten (etwas, was ich übrigens auch noch lernen muss). Ich denke, dass die meisten Menschen, die wirklich etwas in der Welt bewegt haben, Träumer waren und die Mehrheit sich einfach nicht traut, ein Risiko einzugehen. Wir sollten abwägen, was uns diese Träume wert sind, oder? 😉

  5. Janine sagt:

    Liebe Franzi, ich verstehe genau was Du schreibst und bewundere Dich für Deinen Kampfgeist und all die Arbeit, welche Du in den Blog steckst. Ich finde ebenfalls, dass diese Kategorisierung einfach daneben ist, denn was sagt schon eine hochklassige Ausbildung darüber aus, ob die Person das auch in Praxis umsetzen kann? Ich widerspreche mir zwar damit selber, denn seit dem Sommer mache ich ein Studium für einen zusätzlichen Abschluss (ich glaube sowas vergleichbares wie das Abi in DE oder Bachelor.. ich weiss es nicht) falls ich mich entscheide, noch eine Weiterbildung als Anwältin zu machen. Leider wird mir momentan alles zuviel und ich muss eine Blogpause machen. Aber so kann ich hochwertigen Content vorbereiten, was mir Freude bereitet und ich plane auch, meinen Schreibstil in einem weiteren Lehrgang zu verbessern. Denn professionell Bloggen ist mein Traum – leider bin ich noch meilenweit davon entfernt. Ich wünsche Dir alles alles Gute und hoffe, dass es Dir bald besser geht!!
    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Janine
    https://www.yourstellacadente.com/

    • Franziska Elea sagt:

      Na immerhin hast du einen Plan, das klingt doch ganz gut! 🙂 Ja, es ist auf jeden Fall ein Traumjob und ich würde es mir nie verzeihen, es nicht versucht zu haben… Wenn man nebenbei noch etwas anderes macht, ist es eben nochmal viiiiel schwieriger, mit dem Blog voranzukommen. Wenn man nämlich nicht zufällig Glück hat, ist es ein sehr, sehr langer und steiniger Weg. Ich wünsche dir auch alles Gute und einen schönen Abend :**

  6. Ivy sagt:

    Ich kann Deine Gedanken so so so gut nachvollziehen! Momentan bin ich ebenfalls dabei einzig und allein von meinem Blog zu leben. Ich studiere im fünften Semester und werde das Studium wohl niemals zu Ende bringen. Zwar habe ich schon eine abgeschlossene Ausbildung, aber ich weiß einfach, dass es das Richtige ist, wenn ich mich in das Abenteuer Selbstständigkeit stürze. Andernfalls würde ich es ganz bestimmt irgendwann sehr bereuen…

    Ich wünsche Dir viel Kraft, dass Du die richtige Entscheidung triffst <3

    Liebe Grüße,
    Ivy

    • Franziska Elea sagt:

      Oh da bin ich ja froh, dass es noch jemandem so geht 😀 Ich weiß eben auch, dass es das Richtige ist, ich beginne nur nach einer Lösung zu suchen, weil ich merke, dass ich das so eventuell nicht schaffe. Mega blöde Situation aber mal schauen 🙂 :*

  7. Josephine sagt:

    Hey Liebes! Du weißt ja, was ich davon halte: einiges! 🙂 Ich für meinen Teil habe wie du auch weißt zwar nebenbei ein zweites Standbein aufgebaut, aber ohne ohne ist es definitiv nicht dein „Todesurteil“ 🙂 Vll wäre ja auch eine Fernuni was für dich? 🙂 Oder eine Ausbildung im kreativen Bereich wo du nicht 40/ die Woche drinsitzen musst 🙂 Küsschen ?
    http://littlediscoverygirl.de

  8. Hi Franzi,
    schau dir mal das YouTube-Video von Dave aka „boyinaband“ an: „Don’t stay in school“ an, dass schon 15 Mio. mal angeklickt wurde: https://youtu.be/8xe6nLVXEC0

    Darin geht es genau um die Tatsache, dass wir viel Unsinniges lernen, aber vieles Wichtige (Steuersystem, Gesetze, …) nicht. Macht echt nachdenklich.

    Zwei Fragen muss ich für aber stellen: Würdest du zu einem Arzt gehen, der nicht studiert hat? Oder eine mehrstöckiges Haus bauen lassen, von jemandem, der keine Statik in seinem Architekturstudium gelernt hat?

    LG Phil
    Luxus-Reiseblog http://www.killerwal.com

  9. Alex J. sagt:

    Hi!
    Vor 2 Jahren war ich in einer ähnlichen Situation. Es ging nicht um das Studium sondern um meine neue Arbeitsstelle und den damit verbundenen Erwartungen meiner Liebsten. Ein „unerklärlicher“ Schwindel hat mich über 2 Monate an mein Bett bzw. mein Zuhause gefesselt. Körperlich war ich total gesund, aber wie du auch geschrieben hast, war das Symptom nicht eingebildet. Ich merke es heute noch, wenn mich etwas stresst, mich belastet und Druck ausübt, fängt dieses Schwindelgefühl wieder an. Ich habe bereits viel verändert und vor ein paar Monaten endgültig dazu entschieden mich nicht dem System zu unterwerfen. Es ermüdet mich nur noch, wenn meine Qualifikationen nicht anerkannt werden weil es nicht auf Papier steht. Meine Familie ist nicht gerade glücklich mit meiner Entscheidung und meine Freunde meinen teilweise wohl ich sei verrückt. Dennoch, geht es mir persönlich viel, viel besser meinen Weg zu gehen, auf die Konvention zu pfeifen. Sollte mein Vorhaben scheitern, kann ich mein Papier noch nachholen. Der Standard ist in 5 Jahren immer noch zu haben. Es wird ja immer gesagt „man solle im jetzt leben“, also warum nicht das tun was einem jetzt gerade richtig erscheint und sich gut anfühlt?!

  10. Sara sagt:

    Also ganz ehrlich, dann scheiß auf das Studium. Du kannst gut von deinem jetzigen Beruf leben, also tue es! Es gib nichts schlimmeres als sich unsere jungen Jahre mit etwas zu erschweren was noch garnicht sein muss. Wir sind zu jung um uns Sorgen über Zukunft und Finanzielleabsicherungen zu machen. Du bist jung, du solltest das genießen und es sollte dir gut gehen. Dein aktueller Zustand macht auf Dauer richtig, richtig krank, also bitte änder etwas so schnell es geht. Du kannst immer noch studieren, vielleicht sogar etwas in Richtung Social Media oder ähnliches. Jedes Jahr entstehen so viele neue Studiengänge, das Ideale für dich kommt bestimmt noch! Und sollte ein Arbeitgeber später deine Entscheidung nun Vollzeit zu bloggen nicht akzeptieren, für mich wäre das ein Grund den Arbeitgeber auszuschließen und in keiner Sekunde würde ich an dir oder deinen Fähigkeiten zweifeln! Ich finde die Entscheidung ist eine schwere aber mutige, du wirst bestimmt die Richtige treffen. Manchmal braucht man nur jemanden der einem etwas Mut zuspricht. 🙂

  11. Eva sagt:

    Ach Maus, wir haben das ja auch in Berlin ein wenig angeschnitten & ich verstehe dich total.
    Ich muss zugeben, das sich zur Zeit auch teilweise super überfordert bin mit meinem Vollzeit Studium und dem Blog als Vollzeit Job. Für mich persönlich ist ein Studium aber unabdingbar und ich möchte es auch jetzt machen und nicht erst in 5 Jahren, weshalb ich mich durch die nächsten 2,5 Jahre noch durchbeissen werde. Wenn es für dich aber nicht das richtige ist, dann lass es! Bei mir kommt dazu, dass ich privat studiere und einen Vertrag über diese 3 Jahre abgeschlossen habe, und mich das ganze eben auch ne Menge Geld kostet, da das bei dir nicht der Fall ist, lass es, wenn es dich so kaputt macht…
    Ich hab zwar kein Burn Out, sondern „nur“ Magenprobleme die vermutlich wieder eine Magenschleimhautentzündung sind, aber solche Sachen kommen durch Stress. Wenn für dich ein Studium warten kann, dann mach das!!
    Wie gesagt für mich geht es weder situativ (auch wenn ich mit dem Bloggen der Zeit auch gut über die Runden komme) noch bezüglich meiner eigenen Ansprüche an mich und mein Leben / meine Ausbildung. Aber jeder ist anders also go for it.
    Liebe Grüsse
    Eva

    http://www.eva-jasmin.de

  12. Heike Kugelmann sagt:

    Liebe Franzi,

    oh je, das tut mir leid, dass Dich Dein Studium so belastet.

    Aber das überrascht mich eigentlich nicht, was Du da schreibst. Als Du letzten Somme Jura beendet hast um statt dessen Anglistik zu machen, war ich echt erstaunt. Denn ein Studium an der Uni bedeutet halt immer, dass man die Dinge wirklich studiert und nicht nur eine z.B. Sprache lernt, sprich es kommt das ganze theoretische Gedankengebäude drumherum dazu, ganz viel Literatur und Sekundärliteratur etc. Ich war echt erstaunt, dass Du nicht etwas machst, was näher an Deinem Blog liegt: Modemanagement, PR, Marketing etc. Du hast Dir da ja schon viel Wissen selbst angelernt SEO, vielleicht auch Google Analytics und im Grunde auch Markenentwicklung, denn Du bist ja eine Marke, so viele Skills, die für die Zukunft unserer vielfältigen Berufswelten wichtig sein werden.

    Dass Dir da teilweise wirklich totes Wissen aus Büchern langweilig erscheint, verstehe ich gut und auch dass Dich das lähmt und belastet. Ich muss gestehen, als berufstätige Mutter zweier Kinder war ich immer ein bisschen irritiert, wenn Du von Deinem burn out schriebst – ich dachte, meine Güte, sie ist Studentin und ja, sie betreibt nebenbei sehr erfolgreich einen Blog, aber sie muss sich nur um sich selbst kümmern, nicht noch um Kinder oder pflegebedürftige ältere Angehörige. Ich verstehe Dich seit heute sehr viel besser, wenn ich lese, dass Dich einfach diese Studien-Situation lähmt und belastet.

    Ich selbst habe VWL studiert. Das sagt die vielleicht noch was aus Deiner Jura-Zeit, bei uns der Fakultät gab es Volkswirtschaftslehre für Juristen. Mich hat Wirtschaft interessiert, also habe ich VWL studiert. Leider macht man dabei wenig aus der realen Wirtschaft sondern eigentlich nur Mathematik auf höchster Ebene. Ich war so doof – sage ich heute – verdammt viel Lebensenergie und Zeit darein gesteckt zu haben, habe einen sehr guten Abschluss gemacht um dann danach zu entscheiden, dass ich weder in einer Bank noch in einer Unternehmensberatung im Back Office (die VWL er dürfen selten zum Kunden, die machen die Analysen für die Berater an der Front) arbeiten zu wollen. Habe mich dann selbstständig gemacht und das nie bereut. Und alle Ordner meines Studiums entsorgt außer zwei Matheordner. Wenn meine Tochter in 10 Jahren entscheiden muss, was sie studieren möchte, werde ich ihr diese engschriebenen Seiten voller Zahlen und Formeln zeigen und ihr sagen, dass sie bitte nichts studiert, bei dem die Professoren sich selbst und ihren fachlichen Stoff so geil finden, dass sie jeden Bezug zur Realität verloren haben.

    Es gibt so viele arbeitslose Akademiker. Du hast vermutlich aktuell ein Einkommen, wovon manche fertig studierte Anglisten nur träumen können. Dazu hier ein Link:
    http://www.wila-arbeitsmarkt.de/blog/2014/09/17/arbeitsmarkt-für-anglisten/

    Ich verstehe aber auch Dein Argument „ich brauche einen Abschluss“ etwas, was Dir vielleicht auch Deine Eltern sagen. Das ist eine typisch deutsche Denke.
    So wie ich Deine Posts seit etwas über einem Jahr lese, glaube ich Du wärst mit etwas Praxisnäherem glücklicher.

    Ich wünsche Dir viel Glück bei Deiner Entscheidung. Ich will Dich nicht überreden, Dein Studium abzubrechen, sicher nicht und ich übernehme keine Haftung !

    Du solltest Dich aber auch nicht einschüchtern lassen von Leuten an der Uni, die Dir sagen „und was kommt nach dem bloggen“ oder „und was wenn die Blogger-Blase platzt“ – lass´sie reden – denn so wie Dein Instagram in diesem Jahr gewachsen ist, hast Du ja schon sehr viel erreicht. Nicht jeder wird zu Marina Hoermanseder eingeladen! Sehr coool!

    Vielleicht könntest Du Dir die Dinge, die Du Dir schon angeeignet hast für den Blog über Zertifikate bestätigen lassen. Z.B. in einer Schulung für SEO etc. – das kostet dann vielleicht Geld, aber inhaltlich sollte es Dir leichtfallen und Du hast danach was in der Hand, dass Dir bestätigt, dass Du Dein Handwerk kannst. So etwas gibt es ja an Multimedia-Akademien. So baust Du quasi eine Qualifikation um den Blog herum. Unsere Berufswelt ändert sich so dramatisch. Du hast Flexibilität, Durchhaltvermögen und Biss bewiesen – wenn Dich etwas interessiert – (seien wir ehrlich „Phonetik“ interessiert Dich nicht) und das sind Key-Features für jeden Job später vielleicht in der Modebranche, PR, Marketing. Natürlich muss man da Englisch sprechen, aber das kann man mit z.B. Babbel lernen, verbessern.

    Du wirst das nicht veröffentlich wollen, musst Du auch nicht, ich schreibe Dir ja nicht, aus den Gründen aus denen Blogger sonst Kommentare unter Blogs hinterlassen. Ich lese, Deinen Blog weil ich immer wieder überlege, ob Influencer-Marketing für meine Firma interessant sein könnte und da lerne ich immer interessante Dinge bei Dir dazu. Danke Dir dafür.

    Ich hoffe, ich bin Dir nicht zu nahe getreten 😉

    Liebe Grüße, Heike

  13. Sassi sagt:

    Liebe Franzi,
    ich wünsche Dir alles gute für deinen weiteren Weg, egal wie die Entscheidung ausfällt.
    Die schlimmste Phase ist einfach die bis man sich zu einer Entscheidung durchgerungen hat, danach geht wider aufwärts mit dem neuen Ziel.
    Lass dich bei dieser wichtigen Entscheidung nicht von anderen beeinflussen, es ist dein Leben.
    Liebe Grüße
    Sassi

  14. Ina Nuvo sagt:

    Liebe Franzi, ein sehr toller Beitrag! Ich kann dich voll und ganz verstehen und deine Gedanken total gut nachvollziehen. Ich bin auch ein Mensch, der lieber immer den „sicheren“ Weg geht…ob das immer das richtige ist. Ich versuche mich auch etwas davon zu lösen und mehr auf meine innere Stimme zu hören. Ich wünsche dir jedenfalls, dass du die für DICH richtige Entscheidung treffen kannst :*

    Ina

    • Franziska Elea sagt:

      Danke dir! Ich brauche leider auch eine Menge Sicherheit, aber wenn ich sie im Studium nicht finde, muss ich jetzt eben mal überlegen, wie ich das angehe 😀 Ich gebe alles! :*

  15. Simone sagt:

    Guten Abend 🙂

    Ich verstehe schon was du meinst…
    Allerdings zeugt es finde ich auch von noch mehr Ehrgeiz und Disziplin nebenbei die Uni durchzuziehen…

    Vielleicht liegt es auch an deinem Studiengang, wenn du etwas in Richtung Wirtschaft/Management etc. studieren würdest,
    würdest du merken, dass man manche Dinge einfach mal von der Pieke auf lernen muss & es praktisch ist, wenn
    das in Form von Unimodulen geht.

    Wenn man allerdings etwas studiert, bei dem man sich die ganze Zeit fragt, wo man das denn anwenden soll verstehe ich deine Zweifel..

    Hast du nicht mal Jura studiert oder verwechsel ich da was?

    Ich glaube dir würde eine Pause vom Studium gut tun und eine Zeit, in der du dich ohne schlechtes Gewissen aufs Bloggen konzentrierst.

    Ohne weiteren Abschluss allerdings alle Energie nur ins Bloggen zu stecken finde ich allerdings schwierig…

    Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen 🙂

    Liebe Grüße,
    Simone

    • Franziska Elea sagt:

      Ja du hast natürlich Recht, es zeugt von Ehrgeiz und Disziplin. Aber ich habe festgestellt, dass ich diesen „Beweis“ für mich selbst nicht brauche. Ich bin auch glücklich und weiß, was ich kann, ohne dass ich einen Abschluss habe. Wenn dann würde ich es für meine Sicherheit machen, aber wie es aussieht, gibt es mir nicht mal das – im Gegenteil. Es macht mich gewissermaßen krank und das möchte ich nicht zulassen. Danke für deine Meinung!

  16. Laura sagt:

    Liebe Franzi,
    wie gut kann ich Dich verstehen und nachvollziehen wie es Dir geht!!!
    Damals hatte ich das gleiche Problem, alle erwarteten von mir zu studieren und ich dachte selbst auch, dass ich es eben muss, um später erfolgreich sein zu können!!! Ich habe damals auf meinen Bauch gehört und nicht studiert, habe eine Ausbildung gemacht, gejobbt und war einfach happy!!!
    Heute, ich bin jetzt 28 Jahre alt, hatte ich aber plötzlich riesen Lust zu studieren und deswegen habe ich jetzt nochmal den Schritt gewagt!
    Ich weiß zwar dass heutzutage ein „Nachweis“ über Bildung leider sehr wichtig für Unternehmen und Personaler ist, dennoch sollte man das tun, was einen glücklich macht! Du hast nur dieses eine Leben! Du bist so jung, du kannst auch noch später studieren, wenn du das denn dann möchtest!:))
    Mach das, was Dich glücklich macht und höre auf dein Bauchgefühl!!!!
    Alles Gute für Dich, liebe Grüße Laura

    • Franziska Elea sagt:

      Das hört sich doch toll an, danke für den Beitrag 🙂 Gut zu wissen, dass es auch so funktionieren kann. Wenn ich mir überlege, dass ich in ein paar Jahren immer noch die Möglichkeit zum Studieren habe, schwindet meine Angst. Du bist das beste Beispiel, dass es funktionieren kann! <3

  17. Nina sagt:

    Liebe Franzi,

    diese Gedanken kommen mir bekannt vor & kamen bei mir gegen Ende (!) meines Jura-Studiums auf. Ich hab es tz durchgezogen & bin sehr froh darüber sowie stolz darauf! Bei der beruflichen Karriere geht es oft gar nicht darum, was man studiert hat,sondern vielmehr darum, dass man sich einen Studienabschluss „erkämpft“ hat (so ist in Österreich für gewisse Jobs die Absolvierung eines Studiums Voraussetzung). Das zeugt von Durchhaltevermögen. Dein Studium hört sich zudem sehr vielseitig an, was die späteren Jobaussichten betrifft… Und wie du auch schon gesagt hast, was man hat, kann einem keiner wegnehmen! 😉 Liebe Grüße, Nina

    • Franziska Elea sagt:

      Das ist wirklich toll, Nina! Ich kann mir gut vorstellen, wie man sich fühlt, wenn man es geschafft hat. Dennoch scheint es momentan einfach nicht das Richtige zu sein und dass es mir so schlecht geht ist doch ein deutliches Zeichen. Mal schauen, ich warte jetzt erst mal noch die Semesterferien ab 🙂

  18. Felice sagt:

    Hey, es ist auf einer gewissen Art und weise so traurig zu hören das du dir das Leben so schwer machst nur wegen dem Gedanken ’normalerweise‘ muss ich doch jetzt studieren. Ich bin der Meinung das das absolut veraltet ist diese Vorstellung wie du schon gesagt hast, ich bin auch der Meinung wenn du jetzt nicht alle Kraft, Liebe und Energie in deinen Blog und alle anderen Social Media Seiten stecken kannst wann denn dann ?! Du bis jetzt jung und du hast genau jetzt Erfolg damit ! Ich lese deine Einträge so gerne weil du anders bist als alle anderen, andere Themen, spannende Theme zum Vorschein bringst, die Art und Weise wie du schreibst ist so schön ehrlich das es Spaß macht Dir zu folgen. Du kannst locker noch in 5-10 Jahren anfangen zu studieren damit, wärst du auch definitiv kein Einzelfall heutzutage! Vorallem kannst du ja auch schon sagen, dass du hiervon leben kannst, ich meine das bestätigt deinen Erfolg doch !
    Ich wünsche dir für die Zukunft nur das Beste und denke auch das du deine Weg gehen wirst und der auch der richtige sein wird !! 🙂
    Schönen Abend dir noch 🙂

    • Franziska Elea sagt:

      Ooooh ich hab grad echt Gänsehaut gekriegt beim Lesen! Danke, das macht mich so happy!!!! Ihr macht mir echt so viel Mut und ohne euch wäre das echt überhaupt nicht möglich…. DANKE für alles!!!

  19. Eve sagt:

    Hey Franzi,

    das System ist absolut falsch und veraltet. Mach dir nicht so einen Kopf darüber, was andere sagen, und folge deinem Herzen. Viele erfolgreiche Persönlichkeiten haben die Uni nie abgeschlossen, weil sie ihr Potenzial woanders sahen und die Gelegenheit, in ihren eigentlichen Interessengebieten erfolgreich zu werden, genutzt haben. Und klar wirst du auch ohne Abschluss mit deinen Qualifikationen große Chancen haben. Denn die Zukunft liegt eben im Online Business. Dort werden die Jobs entstehen, die woanders wegfallen. Also mach dir keine Sorgen und schmeiß dein Studium hin, wenn dich das glücklicher macht.

    Wir verschwenden viel zu viel Zeit mit den falschen Dingen, weil es angeblich vernünftig ist. Wirklich vernünftig ist aber, das zu tun, was man will. Wirklich glücklich macht nur die Freiheit. Fremdbestimmtes Handeln dagegen kostet viel Energie. Denn wir müssen die Diskrepanz zwischen unserem eigentlichen Willen und dem, was wir meinen tun zu müssen, ständig aushalten und rechtfertigen. Wenn wir aber das tun, was wir lieben, verleiht es uns mehr Energie. Frag dich doch einfach mal, wie du dich fühlst, wenn du bloggst. Bist du dann auch erschöpft? Nein? Dann hast du dich innerlich doch schon längst entschieden, oder?

    Liebe Grüße
    Eve von http://www.eveblogazine.com

    • Franziska Elea sagt:

      Der Satz mit der Vernunft gefällt mir besonders gut, so habe ich das noch nie gesehen 😀 Ich bin glücklich in jeder Sekunde, in der ich mich mit meinem Blog beschäftige und jeder Cent, der dabei rumkommt, macht mich glücklicher als es irgend ein noch so hohes Gehalt aus einer Anwaltskanzlei tun könnte. Das ist einfach nicht vergleichbar und ich glaube du hast Recht. Irgendwie habe ich mich schon entschieden… :****

  20. RK sagt:

    Hey ich wollte villt hier mal eine andere Sichtweise ansprechen. Einerseits gebe ich dir Recht, dass individuelle Talente gefördert werden sollen, aber bei dem Kategoresierung stimme ich dir nicht zu. Bei Gedichtsinterpretation oder Stochastik geht es nicht nur um eine reine Wissensvermittlung. Es geht darum, in gewissen Masse, Intelligenz darzustellen. Bei einer Interpretation zum beispiel muss man Zusammenhänge erkennen und logisch schlussfolgern. Mathematik ist Logik ebenfalls im vordergrund. Deswegen macht das schon sinn solche sachen zu prüfen. Das zieht sich im studium fort…man wird niemals all das Wissen in der Praxis anwenden können und das wissen auch Unternehmen. Durch mein Studium weiß ich das es belegbare Forschungen gibt, die sagen das ein Studium NICHT die Produktivität steigern, sondern nur eine Signalwirkung aussenden. Ein Hauptschüler kann zwar genauso gut sein in etwas wie ein einzelner Student, aber in der Gesamtheit sind Leute die einen Abschluss haben Produktiver. Selbstverständlich trifft das nicht auf alle zu, aber wie gesagt es geht um das Signaling. Man muss einem Unternehmen quantifizierbar zeigen können…Ich bin produktiver als andere. Dazu gibt es eigene Forschungagebiete die dies auch belegen. Villt wirft diese Argumentation ein anderes Licht auf die Thematik. Denn nicht alles hat die Begründung die man als erstes wahrnimmt 🙂

    • Franziska Elea sagt:

      Ich verstehe, was du damit sagen willst, aber ich bin der Meinung, dass man Intelligenz auch anders fördern und darstellen kann. Manchen liegt Mathe und Physik einfach nicht, das heißt aber nicht, dass sie keine guten Ärzte werden könnten. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass man ein System schaffen könnte, in dem die Talente des Einzelnen gefördert UND das individuelle Können auf verschiedenen Gebieten geprüft werden könnte. Danke für deine Sichtweise, sehr interessant 🙂

  21. MG sagt:

    Jura war nicht das wahre, Angligistik war deine vermeintliche Rettung. Doch wo kein Wille ist, ist auch kein Weg. Du bist dazu bestimmt vor der Kamera zu sein und dich so zu verwirklichen und genau das solltest du auch tun! Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem Weg. Gib alles! Denn wer auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig tanzt, hat am Ende von keiner was.

    Liebe Grüße

    Ein ehemaliger Kommilitone

  22. Hey liebe Franziska, jetzt melde ich mich auch mal zu Wort. Ich habe ungefähr zur gleichen Zeit wie du (auch vor ca. 2 Jahren meinen Blog gegründet) 1 Jahr lang hatte ich dort totales Durchhaltevermögen und habe mir in der Zeit mit dem Blog auch richtig viel aufgebaut. Seit zwei Jahren bin ich aber auch mit meinem MBA Studium beschäftigt. Mir ist es neben dem Blog, der mir sehr viel Spaß macht, zur Zeit aber auch enorm wichtig noch einen Abschluss in der Tasche zu haben mit dem ich mich bei Unternehmen neben meiner praktischen Erfahrung vom Bloggen für Jobs qualifizieren kann. Jedoch muss ich zugeben, dass ich dadurch in den zwei Jahren bloggen nicht ganz so erfolgreich wie du damit geworden bin, einfach weil das Studium eben auch sehr viel Zeit in Anspruch nimmt.

    Jedoch habe ich mir mit meinem Blog schon eine ganz gute Basis aufgebaut. Das Studium schließe ich nun im Sommer ab und freue mich schon jetzt darauf ab dann auch endlich wieder mehr Zeit in meinen Blog zu investieren.

    Ich denke das wichtigste ist einfach immer das richtige Zeitmanagement. Es gibt immer das ein oder andere Projekt was gerade mal hinten anstehen muss. Wenn es bei dir in diesem Fall das Studium ist, bin ich mir sicher dass auch hier der richtige Zeitpunkt kommen wird an dem dieses dann bei dir an erster Stelle steht.

    Bis dahin wünsche ich dir weiterhin viel Erfolg mit deinem Blog und alles Liebe.

    Anne-Catherine
    http://www.fashcation.com

  23. Hallo Franzi, ich kann dir nur aus Erfahrung sagen, dass du nicht gut werden wirst mit etwas, das dir keinen Spaß bringt. Was studierst du denn? Kannst du deinen Studiengang nicht wechseln? Mach dir eine Mind Map mit Dingen die du gut kannst und die dir Spaß bringen und dann schaust du weiter.

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