Träumst du noch oder machst du schon?

Bist du glücklich? Ich meine, bist du es wirklich? Wenn du heute mit Sicherheit wüsstest, dass das Leben keine unverhoffte, positive Überraschung mehr für dich bereithält, wenn du wüsstest, dass du die nächsten 50 oder 60 Jahre genau so leben müsstest, wie du es gerade tust, wäre das okay für dich? Ist dir schon einmal aufgefallen, dass der Tod draußen eigentlich hinter jeden Ecke lauert? Während ich am Straßenrand stehe und darauf warte, dass eine scheinbar endlose Autoschlange an mir vorbeizieht, stelle ich mir plötzlich vor, wie mich der Wahnsinn packt, wie ich einfach zwei Schritte nach vorne mache und vom rücksichtslosen Verkehrsfluss mitgerissen werde. Auch wenn ich auf die U-Bahn warte oder vom Dach eines Hochhauses hinunter auf die Straße blicke, bin ich quasi immer nur einen winzigen Akt davon entfernt zu sterben.

Wie kann ich sicher sein, dass ich nicht irgendwann komplett durchdrehe, einen kleinen Schritt zu weit gehe und auf einmal alles schon vorbei ist? Was treibt mich an? Was hält mich davon ab, es an irgend einem schönen Tag einfach mal zu tun? Liegt es an meinem naturgegebenen Selbsterhaltungstrieb oder ist es die tiefe, innere Hoffnung, dass mir noch so viele, unerwartete, tolle Momente bevorstehen, die es wert sind, dass ich Tag für Tag geduldig auf sie warte? Muss ich nicht selbst dafür sorgen, dass mein Leben lebenswert ist? Muss ich nicht selbst dafür sorgen, dass ich das Meer sehen und mir die Sonne ins Gesicht scheinen lassen kann, dass ich den höchsten Berg der Welt besteige, mit dem Auto bis nach Portugal fahre oder auch ansonsten genau das tu, was ich tun möchte?
Bei „den anderen“ hat man stets den Eindruck, dass sie einfach viel bessere Voraussetzungen oder schlichtweg mehr Glück haben. Ich denke, das trifft nur bedingt und definitiv nicht in allen Fällen zu. Meist steckt dahinter sehr viel mehr Arbeit, Engagement und Durchhaltevermögen, als man auf den ersten Blick vermuten mag.

 

 

 

Wir wollen so viele Dinge erleben und träumen tagtäglich von einer besseren Welt, von mehr Gerechtigkeit, Frieden und dem endgültigen Wundermittel gegen Krebs. Vieles davon kann man wohl tatsächlich nicht beeinflussen, aber die derzeit größte Angst meines Lebens ist die, dass ich, wenn ich alt bin, irgendwo alleine in meiner Wohnung sitze und die Dinge bereue, die ich nie getan habe. Ständig höre ich Leute sagen, dass meine Zeit schon noch kommen wird und dass ich all diese Dinge ja noch tun kann, aber wenn ich es mir recht überlege, habe ich bisher nur 2 Arten von Menschen kennengelernt: Die Träumer und die Macher. Ich möchte kein Träumer sein. Ich möchte diejenige sein, die von Erfahrungen berichten kann, die sie GEMACHT hat, nicht diejenige, die von Dingen erzählt, die sie tun KÖNNTE. Wenn ich Bloggerin werden möchte, muss ich damit anfangen, Fotos zu posten und wenn ich den Hunger ich Afrika bekämpfen will, sollte ich vielleicht damit anfangen, einer Organisation beizutreten. So ist das mit allen Dingen im Leben, man muss einfach nur einmal ANFANGEN und aufhören immer nur zu PLANEN!

 

Da geht es nicht nur um Reisen, es geht vor allem darum, die kleinen Dinge im Leben zu schätzen. Sie zu schätzen, sich aber nicht damit zu begnügen, denn dann kommt man im Endeffekt kaum voran. Ich möchte mich an jedem Sonnenuntergang erfreuen, den ich sehe und jedes Mal dankbar sein, wenn ich im Arm eines geliebten Menschen einschlafen darf.
Da ich generell in allen Lebenslagen ziemlich anspruchsvoll bin, schwingt bei mir immer unbewusst die Hoffnung mit, dass da doch noch mehr sein muss. Dass da noch irgendetwas kommt, von dem ich keine Ahnung habe und dass die Dinge schließlich einfach ihren Lauf nehmen, dass mich das Glück von hinten packt oder dass ich mit voranschreitendem Alter automatisch zufriedener und ausgeglichener werde. Wenn man in seinem Leben nicht besonders viele gute Erfahrungen gemacht hat, fällt es einem schwer, blind darauf zu vertrauen und ich denke das ist auch ein Grund, sein Glück selbst in die Hand zu nehmen. Tu ich das? Mache ich, oder träume ich?

 

Bluse: Zara
Hose: Bershka
Tasche: Zalando
Sonnebrille: Kapten&Son
Uhr: Fossil

 

 

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10 Discussion to this post

  1. Antonia sagt:

    Sehr schöne und wahre Worte. Wer kennt diesen Moment nicht, man ist einen winzigen Schritt vom Tod entfernt, sich dessen bewusst und irgendwie entsetzt wie schnell alles vorbei sein kann.
    Deine Worte haben mich sehr zum Nachdenken gebracht. Bin ich glücklich so wie mein Leben jetzt verläuft? Was kann ich ändern?
    Wie dem auch sei, es ist schön einen so eerfrischenden Blogpost zu lesen, vielen Dank!

    LG
    Antonia <3

    https://www.on-twos-own.com

  2. Carisity sagt:

    Ganz toller Text! Du regst mich immer ein wenig zum Nachdenken an:**
    Und dein Look ist mega:)) Ich liebe solche Hosen! Viel cooler und seltener als normale Jeansshorts:*

    Liebste Grüße,
    Carolin von CARISITY.COM

  3. Nicola sagt:

    Sehr schöner Post! Ich mache mir oft darüber Gedanken, aber oft holt mich das Leben immer wieder ein und ich kann leider meine Träume nicht 100% verfolgen, aber ich gebe mein Bestes. Ich finde es toll, wie du das alles geschafft hast und bin mir sicher du wirst es noch schaffen alle deine Träume zu realisieren :)!
    Lg Nicki
    http://www.morningelegance.de

    • Franziska Elea sagt:

      Du bist so lieb, Nicki!! Mir fällt gerade ein, dass ich letztens sogar von dir geträumt hab (keine Ahnung wieso)!! 😀 So viel zum Thema Träume hahaha…

  4. Carmen sagt:

    Mir persönlich geht das auf hohen Balkonen immer so. Aber ich denke, dass ich es nie tun würde, weil mich erstens die Angst immer lähmen würde und ich zweitens das Leben viel zu schön finde. 🙂
    Dein Outfit finde ich übrigens richtig klasse – wirklich tolle Bilder! ♥

    Liebste Grüße,
    Carmen <3

  5. sam collin sagt:

    SUPER SUPER SUPER you are a great model:)
    Regards.
    Walkindiscount.com

  6. Neni sagt:

    Dieser Beitrag hat mich gerade zum Nachdenken gebracht und wiederspiegelt auch meine Gedanken. Danke dass du dirsen Beitrag verfasst hast er hat mich berührt💕

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