Fashion Week Berlin F/W 17/18

Und dann war sie auch schon wieder vorbei, die Berliner Fashion Week. Meinen Plan, mich nicht zu sehr zu stressen, konnte ich dieses Mal sehr gut umsetzen, was nicht nur daran lag, dass ich wenige feste Termine zugesagt hatte. Nein, dank meines Sponsors Quickcap stand mir sogar ein persönliches Shuttle zu Verfügung und musste nicht immer mit den Öffentlichen von Event zu Event hetzen – eine unglaubliche Erleichterung!
Außerdem ist es mir gelungen, das Gehabe und die offensive Selbstdarstellung der deutschen Z-Promi Gesellschaft aus einer anderen Perspektive zu sehen, sodass ich mich kaum noch minderwertig fühlen musste neben all den Ex-Germany’s-Next-Topmodels und taff-Moderatorinnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf den Modenschauen beobachtete ich auch in Berlin einen Wandel, nach dem die Gesellschaft schon lange schreit: Models sollen endlich ein wenig mehr von der Realität widerspiegeln. Am Dienstag Abend bei Riani lief so ziemlich alles und jeder über den Laufsteg; professionelle Models, Ochsenknechts, Slimanis, Plus Size Models, Farina von novalanalove, uvm…

 

BERLIN, GERMANY – JANUARY 17: Cheyenne Savannah Ochsenknecht (R) walks the runway at the Riani show during the Mercedes-Benz Fashion Week Berlin A/W 2017 at Kaufhaus Jandorf on January 17, 2017 in Berlin, Germany. (Photo by Peter Michael Dills/Getty Images for Riani) *** Local Caption *** Cheyenne Savannah Ochsenknecht

BERLIN, GERMANY – JANUARY 17: Models walk the runway at the Riani show during the Mercedes-Benz Fashion Week Berlin A/W 2017 at Kaufhaus Jandorf on January 17, 2017 in Berlin, Germany. (Photo by Frazer Harrison/Getty Images for Riani)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es war schön zu sehen, dass manche Designer scheinbar endlich mal ein Zeichen gegen den Jugend- und Magerwahn in der Modebrache setzen, wobei mich wirklich die Frage beschäftigt, ob das Ganze letztendlich überhaupt eine Chance hat. Schließlich gibt es einen Grund dafür, dass Models bestimmte Kriterien erfüllen müssen und wir alle sind doch irgendwie Schuld an diesem Disaster. Unser Verlangen nach einem Produkt steigt, wenn wir damit etwas Gutes/Schönes assoziieren und die Designer machen sich lediglich unser plumpes, menschliches Verhaltensmuster zu Nutzen und passen sich der Nachfrage an.

Ich gebe ganz ehrlich zu, dass mich ein Kleid an einem jungen, hübschen Mädchen unbewusst und automatisch mehr beeindruckt als an einer übergewichtigen 40-jährigen. Das ist schade, aber irgendwie auch zu begründen mit meinem ganz natürlichen, angeborenen Streben nach Ästhetik.
Ob die Branche nun Schuld daran ist, dass ich jung und dünn als schön empfinde, weiß ich nicht, aber die Kardashians gelten momentan auch als attraktiv und selbst wenn in allen Magazinen nur noch brünette, kurvige, unnatürlich geschminkte Frauen zu sehen wären, hätte das in meinen Augen nicht viel mit Schönheit zu tun.
Es bleibt also spannend, jedoch spüren wir alle, dass ein Umbruch im Gange ist. Dazu dringend empfehlen kann ich euch diesen Artikel von This Is Jane Wayne, der die kürzlich stattgefundene Dolce&Gabbana Show in Mailand äußerst kritisch reflektiert. Statt „richtigen“ Models liefen hier ausschließlich Social Media Stars wie Cameron Dallas, Caro Daur, Stefanie Giesinger, etc. über den Runway – die Presse überschlägt sich!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zurück  nach Berlin: Schönheits-OPs sind mittlerweile Normalität und erstaunlich viele Gesichter, die uns täglich inspirieren und die wir mit wachsenden Selbstzweifeln bewundern sind vor allem eins – operiert. Ich muss mich dafür entschuldigen, dass ich im letzten Sommer den Kopf darüber geschüttelt habe, dass X. sich heimlich eine neue Nase gegönnt hat. Da wusste ich noch nicht, unter welchem Druck sie stand, was es karrieretechnisch für Folgen hat, wenn sie öffentlich dazu steht und vor allem wusste ich nicht, dass es doch eigentlich jeder tut.
In der vergangenen Woche habe ich  mich selbst ständig dabei ertappt, wie ich mir eine neue Nase, dünnere Oberarme und kleinere Brüste gewünscht habe und wenn man wirklich dick im Geschäft sein will, führt für viele wahrscheinlich gar kein Weg mehr daran vorbei. Das wird einem bewusst, wenn man die Konkurrenz genauer unter die Lupe nimmt.
Es bringt auch nichts, sich darüber aufzuregen, denn die Gesellschaft dirigiert den Markt und im Grunde wollen wir doch verarscht werden. Wir lieben Stupsnasen, volle Lippen und markante Wangenknochen und ganz ehrlich: Wenn mir ein kleiner chirurgischer Eingriff die Türen zum Himmel öffnet, dann muss auch ich nicht lange überlegen. Klar, es ist offensichtlich und alle wissen es, aber im Endeffekt siehst du gut aus und das ist das, was hier zählt. Wir reden schließlich nicht von ein paar Fotos und gratis Klamotten, hier geht es um Träume, Ruhm, Summen im sechsstelligen Bereich und ein sorgenfreies Jetset-Leben. Da sagt mal einer Glück lässt sich nicht kaufen…

Ich habe in Berlin also mal wieder einiges gelernt und bin nach wie vor dankbar, dass ich die Möglichkeit habe,  solche Dinge zu erleben. Es hat mich überglücklich gemacht, dass ich endlich eine Show von Marina Hoermanseder besuchen durfte (sie war GROßARTIG), dass ich so viele bekannte Gesichter sehen und Hände schütteln konnte, dass ich Freunde wiedergesehen und eine Menge Inspiration gesammelt habe. Zwar war es anstrengend und ich habe mich doch noch ziemlich mies gefühlt, als ich auf den „coolen Shows“ undankbare Plätze mit schlechter Sicht auf den Laufsteg bekommen habe, aber gleichzeitig war ich auch unsagbar stolz, überhaupt dort hingehen zu dürfen. Vielen Dank also an Quickcap, an Caro, an Katharina Hirsch, Diana und all die anderen großartigen Jungs und Mädels, die mich daran erinnert haben, wofür ich das alles hier mache.

 

Rock: Asos (hier im Sale!!)
Pullover: Asos (hier im Sale!!)
Tasche: Yves Saint Laurent

 

 

Video by My Fashion Clip

Hose, Boots: Zara
Flauschjacke, Mütze: H&M
Rucksack: Zalando*

 

*Produktplatzierung

 

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12 Discussion to this post

  1. Stephi sagt:

    Ich finde es super, dass du dem ganzen ein bisschen mehr Realität gibst und dich nicht vom ganzen Zirkus blenden lässt! Dein Bericht klingt super authentisch und vor allem ehrlich ? Schade ist es allerdings trotzdem, dass man mit Natürlichkeit alleine nicht so weit kommt. Aber ich fürchte, das wird sich wohl nie ändern.

    Liebe Grüße
    Stephi von http://stephisstories.de

    • Franziska Elea sagt:

      Danke Stephi 🙂 Der Post hat mich auch echt viel Zeit gekostet 😀 Man weiß es nicht, vielleicht gibt es in ein paar Jahrzehnten ganz andere Methoden als Schönheits-OPs, ich bin auf jeden Fall gespannt 😉 <3

  2. Karolina Žalaitė sagt:

    You looked BOMB honey, keep it up!

    Karolina Žalaitė
    http://karolinakz.blogspot.lt/

  3. Eli sagt:

    Liebe Franziska Elea,
    ein toller Artikel! Ich finde du hast eine gute Momentaufnahme wie es auf solchen Events vor sich geht beschrieben! Ich finde gut, dass du die Dinge beim Namen nennst und auch aufzeigst, was man für einen Preis zahlen muss, wenn man das Bloggen hauptberuflich betreibt und es ums knallharte Überleben / Luxusleben geht.
    LG Eli
    http://www.doctorsfashiondiary.com

    • Franziska Elea sagt:

      Danke Eli! Ja, ihr wisst ja, dass es mir unglaublich wichtig ist, ehrlich zu sein. Ich kann nicht immer alles schön reden und von allem nur die guten Seiten sehen, weil sich das für meine Follower besser liest. Das bin ich einfach nicht und ich weiß, dass es den meisten so geht wie mir, dass sie sich aber nicht trauen, das so direkt zu sagen. Damit geht auch echt immer ein Risiko einher und es gibt mehrere große Blogger, die mich wegen sowas schon blockiert haben, aber gut. Ich bleibe mir treu, denn ansonsten könnte ich morgens nicht mehr mit einem guten Gewissen in den Spiegel schauen 😀 Das musste mal gesagt werden!
      Liebste Grüße <33

  4. Marie sagt:

    Ich finde es wirklich toll, dass bei der Show von Riani ’normale‘ Menschen über den Laufsteg liefen anstatt die Magermodels.
    Übrigens auch wundervolle Bilder ! Ich bin ganz verliebt in deinen Tüllrock. 🙂
    Allerliebste Grüße
    Marie

    http://www.whatiwearinlondon.com

  5. Patrick Van Zitzewitz sagt:

    Hey Franzi,
    Dein Artikel finde ich sehr schön geschrieben. Schön, weil du dich sehr gut selbstreflektieren kannst. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich nach meinen kleinen Eingriffen einfach wohler fühle. Nicht nur für die instawelt sondern auch im normalen Leben. Ich war genervt davon, dass meine Lippen immer so schmal waren. Ich fühle mich wie ein neuer Mensch und ganz klar: einfach attraktiver. Ich bin mir sicher, dass die noch so perfekteste von allen Frauen oder auch Männern irgend etwas an sich auszusetzen haben. Es wird immer Personen geben, die einem ein minderwertiges Gefühl vermitteln. Das liegt aber doch meist an einer unschönen Art der Person. Denn es gibt nur zu oft super schöne Menschen, die aus Selbstschutz einen scheiss Charakter an den Tag legen. Vielleicht auf der Fashionweek ganz besonders weil gerade diese Branche in der wir uns versuchen zu etablieren von Neid und Missgunst zerfressen sein kann. Es stellt sich aber Gottseidank sehr schnell raus, auf wen man sich verlassen und mit wem man gerne Zeit verbringen kann. Deshalb bin ich sehr dankbar und freue mich im besonderen dich, Diana und Esra immer wieder zu sehen. Wahrscheinlich würden die meisten dich als Markellos und wunderschön bezeichnen. Also kein Grund an dir zu zweifeln <3

    • Franziska Elea sagt:

      Ooooh Patrick du bist ja echt ein Engel 😀 Aber hey, von den „Eingriffen“ wusste ich gar nichts 😉 Das ist ja auch echt überhaupt kein Thema, wenn man dazu steht und das tust du! Echt mega cool von dir und danke dafür, dass du ein gutes Beispiel aufzeigst. Die meisten haben da echt weit weniger Mut und es ist immer wieder schön zu sehen, dass man unter all diesen Menschen immer wieder welche wie dich findet, die einem das Gefühl geben, das richtige zu tun! Bis hoffentlich bald :**

  6. Laura sagt:

    Der Post ist echt klasse geschrieben! Ich finde es auch schade zu sehen, wie sich das Ganze (vor allem auch durch die Schönheits Op’s) verändert. Leider glaube ich auch, dass Designer welche dem „Magerwahn-Trend“ nicht nachgehen kaum Chancen haben. Ich bin auf jeden Fall gespannt wie sich das noch entwicket. 🙂

    Liebe Grüße
    Laura von http://www.lalecherie.blogspot.de

  7. sam sagt:

    Such lovely pictures!!
    Regards.
    Walkindiscount.com

  8. Eva sagt:

    Ich finds super, wenn mal keine normalen Models über den Laufsteg laufen, aber irgendwie finde ich es auch seltsam.
    Super Outfit 🙂

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